Institutionen-Mapping und Bibliographie zu
Staatsversagen und Good Governance
Institutional Mapping and Bibliography
on State Failure and Good Governance
3. Institutionen in Deutschland
3.1.
Forschungseinrichtungen
3.1.1.
Arbeitsstelle Transatlantische Aussen- und Sicherheitspolitik
(ATASP), Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin
3.1.2.
Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), Freiburg
3.1.3.
Bonn International Center for Conversion (BICC), Bonn
3.1.4.
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn
3.1.5.
Deutsches Orient-Institut (DOI), Hamburg
3.1.6.
Deutsches Übersee-Institut (DÜI), Hamburg
3.1.7.
Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische
Fragen, Universität zu Köln
3.1.8.
Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt
3.1.9.
Humboldt-Universität, Berlin
3.1.10.
Institut für Afrika-Kunde (IAK), Hamburg
3.1.11.
Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig
3.1.12.
Institut für Asienkunde (IFA), Hamburg
3.1.13.
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg
3.1.14.
Max Planck Institute for Social Anthropology, Halle
3.1.15.
Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin
3.1.16.
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin
3.1.17.
Wissenschaftszentrum (WZB), Berlin
3.1.18.
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn
3.2.
Politische Stiftungen
3.2.1.
Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Bonn
3.2.2.
Heinrich Böll Stiftung (HBS), Berlin
3.2.3.
Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Sankt Augustin
3.3.
Weitere Stiftungen und Vereinigungen
3.3.1.
Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn
3.3.2.
Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
3.3.3.
Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)
3.4.
Bundesregierung, Durchführungsorganisationen und Kooperation Staat-Zivilgesellschaft
3.4.1.
Bundesregierung (übergreifend)
3.4.2.
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ), Bonn und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ),
Eschborn
3.4.3.
Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt)
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3.1.
Forschungseinrichtungen
3.1.1.
Arbeitsstelle Transatlantische Aussen- und Sicherheitspolitik (ATASP),
Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin
Project:
Global Governance, Troubled Societies and the Future of the International
System
Kurzbeschreibung:
Die traditionelle Unterscheidung zwischen hierarchischer Ordnung
im Innern der Nationalstaaten und einer anarchischen Unordnung des
internationalen Systems lässt sich heute nicht mehr aufrechterhalten.
Denn erstens sind die internationalen Beziehungen auf vielfältige
Weise durch internationale Regime und Organisationen verrechtlicht
und verregelt. Zweitens nehmen außerhalb der OECD-Welt die politischen
Räume zu, in denen klassische Staatlichkeit im Sinne des Gewaltmonopols
nach innen und außen sowie eines Mindestmaßes an Rechtssicherheit
nicht oder nur begrenzt gegeben ist. Man denke z. B. an Afrika südlich
der Sahara, die Krisenregionen des Nahen und Mittleren Ostens sowie
viele Länder Lateinamerikas. Die zentrale Ausgangsthese unserer
Forschungskooperation lautet, dass sich Politik im 21. Jahrhundert
jenseits der OECD-Welt zunehmend auf solche Räume begrenzter Staatlichkeit
einstellen muss, sowohl im internationalen System als auch im Innern
vieler Länder. Wie und unter welchen Bedingungen kann in Räumen,
in denen klassische Staatlichkeit nur begrenzt gegeben ist, regiert
werden und können politische Probleme gelöst werden? Welche neuen
Formen des Regierens („governance“) unter Einbeziehung nicht-staatlicher
Akteure (Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen) bilden sich
in diesen Räumen heraus, und wie sind diese hinsichtlich ihrer Problemlösungsfähigkeit
und Legitimität zu beurteilen? Dies sind die zentralen Fragestellungen
der geplanten Forschungskooperation. Dabei geht es auch um die Rolle
von Kooperationspartnerschaften von Staaten, internationalen Organisationen
und transnationalen nicht-staatlichen Akteuren bei der Bewältigung
politischer Probleme vor Ort in Räumen begrenzter Staatlichkeit.
Projektbeginn war im Frühjahr 2004. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Research Directors: Prof. Thomas Risse (FU Berlin), Prof. Stephen
Krasner (Stanford University).
Links:
http://www.fu-berlin.de/atasp/projects.htm#Global Governance,
Troubled Societies and the Future of the International Systems
Kooperation mit:
Stanford University (6.1.14).
Finanzierung:
Max-Planck-Preis 2003 für internationale Kooperation, Preisträger
Prof. Dr. Thomas Risse.

3.1.2.
Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), Freiburg
Grundlagenforschung:
Übergang zur Demokratie und demokratische Stabilisierung (good governance)
Kurzbeschreibung:
Die während der letzten Jahre international stark entwickelte Transitionsforschung
stützt sich überwiegend auf zeitgeschichtliche Ansätze, Institutionsanalysen
und Elitestudien. Die Arbeiten des Instituts richten sich darüber
hinaus und vorrangig auf empirische Analysen von Einstellungen und
Meinungen der Gesamtbevölkerung. Es mag zwar nicht ausgeschlossen
sein, dass es in Übergangsphasen "Demokratien ohne Demokraten" gegeben
hat oder gibt; es ist jedoch wenig wahrscheinlich, dass sie ohne
Demokraten lange Demokratien bleiben. Es sind Projekte zu „Parlamentarismus
in Asien“, „Einstellungen zur Demokratie im metropolitanen Kinshasa“
in Bearbeitung. Zudem hat das ABI eine Auftragsarbeit für die GTZ
zu „Demokratie und Good Governance in jungen Demokratien“, eine
Querschnittsanalyse für das BMZ zu „Demokratie und Good Governance
in Ländern mit schwierigen Rahmenbedingungen“ sowie im Auftrag des
Centrums für angewandte Politikforschung eine von der Bertelsmann-Forschungsgruppe
Politik finanzierte Studie zum „Management von Entwicklungs- und
Transformationsstaaten“ durchgeführt. Weitere Details finden sich
bei den entsprechenden Einrichtungen. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Theodor Hanf (Direktor), Prof. Dr. Jürgen Rüland (Direktor),
PD Dr. Heribert Weiland (Geschäftsführer), Dr. Ingrid Wehr, Dr.
Sabine Kurtenbach und weitere.
Publikationen:
Hanf, Theodor, 1990: Koexistenz im Krieg: Staatszerfall und Entstehen
einer Nation im Libanon. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos.
Kurtenbach, Sabine/Heribert Weiland, 2004: Möglichkeiten und Grenzen
der Förderung von Demokratie und Good Governance. Querschnittsauswertung
der Länderstudien aus Äthiopien, Angola, Guatemala und Kambodscha.
Abschlußbericht Januar 2004, ZEP 02/A8. Bonn: Im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung.
Weiland, Heribert, 2003: Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen Demokratie:
Internationales Ranking von Entwicklungs- und Transformationsstaaten:
Fallstudie Namibia. unveröffentlicht, Freiburg.
Links:
http://www.arnold-bergstraesser.de/grundlagenforschung.htm
Kooperation mit:
GTZ und BMZ (3.4.2.).

3.1.3.
Bonn International Center for Conversion (BICC), Bonn
Projekt:
“Monitoring Afghan Security Sector Reform” (Januar-Dezember 2003)
Kurzbeschreibung:
The project will continue the collection of information on the
security situation in Afghanistan. In particular, developments relating
to the five main pillars of the security sector reform process will
be monitored and analyzed: military reform; police reform; judicial
reform; counter-narcotics; and the disarmament, demobilization and
reintegration of ex-combatants.
Objective: To expand a BICC knowledge base on security sector reform
and peace-building processes in Afghanistan; to provide consultation
to governments, NGOs, intergovernmental organizations, and businesses;
and to promote the exchange of ideas between policy-makers, experts,
and practitioners on these issues. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
http://www.bicc.de/info/staff/staffpages/sedra.html Mark Sedra
Publikationen:
Sedra, Mark (Hg.), 2003: Confronting Afghanistan's Security Dilemma:
Reforming the Security Sector. BICC Brief. Nr. 28. Bonn: Bonn International
Center for Conversion.
Links:
http://www.bicc.de/projects/project_files/423_ssrafgh.html
Kooperation mit:
ZEF (3.1.18.)
Weiteres
Projekt mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen: Die Rolle externer
wirtschaftlicher Akteure in Bürgerkriegsökonomien und ihre Bedeutung
für Kriegsbeendigungsstrategien in Afrika südlich der Sahara
Ansprechpartner:
Wolf-Christian Paes, Michael Brzoska
Publikationen:
Paes, Wolf-Christian, 2001: Patrioten, Politunternehmer, Profiteure.
Zur politischen Ökonomie von Bürgerkriegen, in: Wissenschaft und
Frieden, 19 (2001) 3, S. 7-11.
Links:
http://www.bicc.de/projects/project_files/111_ecwarend.html
Kooperation mit:
SEF (3.3.1.), ZEF (3.1.18.)

3.1.4.
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn
Abteilung
II: Armutsorientierte Entwicklung; regionale Integration, Governance/
Regionaler Schwerpunkt: Subsahara-Afrika
Kurzbeschreibung:
Die Abteilung beschäftigt sich u.a. mit der Suche nach geeigneten
Ansatzpunkten für die Entwicklungszusammenarbeit, um Prozesse der
Konsolidierung des staatlichen Rahmens, der Demokratisierung sowie
der Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung zu unterstützen. Neuere
Formen der Entwicklungszusammenarbeit (wie Programmfinanzierung)
und damit verbundene Analyseinstrumente (v.a. im Bereich des Budgetmanagements)
sind dabei von Bedeutung. Spezifisch zum hier relevanten Themenbereich
wurde zuletzt eine DIE-Überblicksstudie (s.u.) erstellt, die insbesondere
Handlungsoptionen im Kontext von instabilen und zerfallenden Staaten
thematisiert.
Zudem wurde Ende 2003 ein internes Hintergrundpapier über „Indikatorenmodelle
zu Struktureller Stabilität, State Failure und Good Governance“
erarbeitet.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt außerdem das Verhältnis von militärischen
und entwicklungspolitischen Komponenten in Post-Konflikt-Situationen.
Quelle: Website (s.u.), persönliche Kommunikation.
Ansprechpartner:
Dirk Messner (Geschäftsführer), Stephan Klingebiel (Abteilungsleiter),
Katja Roehder
Publikationen:
Klingebiel, Stephan/Huria Ogbamichael, 2003: Poor performing countries
– Ausgrenzung oder Förderung durch Entwicklungszusammenarbeit? Draft,
April 2003, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn.
Klingebiel, Stephan, 2004: Entwicklungspolitische Strategien in
instabilen und zerfallenden Staaten Subsahara-Afrikas. 15. Afrika-Gesprächskreis
des Auswärtigen Amtes mit der Wissenschaft, Berlin, 07.05.2004.
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik.
Roehder, Katja, 2004: Entwicklungspolitische Handlungsfelder im
Kontext erodierender Staatlichkeit in Subsahara-Afrika. Discussion-Paper
5/2004. Bonn: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik.
Links:
http://www.die-gdi.de/die_homepage.nsf/FSdauf?OpenFrameset
Kooperation mit:
ZEF (3.1.18.)

3.1.5.
Deutsches Orient-Institut (DOI), Hamburg
Forschungsschwerpunkt:
Perspektiven politischer Transformation in Nordafrika, Nah- und
Mittelost.
Projekt: Perspektiven der politischen Rekonstruktion Iraks
Kurzbeschreibung:
Im Zusammenhang mit dem mittelfristigen Forschungsschwerpunkt des
DOI (2003-2006) zu Perspektiven politischer Transformation in Nordafrika,
Nah- und Mittelost, gewinnt die Untersuchung des Fallbeispiels Irak
- angesichts der globalen Brisanz - eine besondere Bedeutung. Ungeachtet
des tatsächlichen Verlaufs und der Folgen des Krieges vom Frühjahr
2003 für Irak und die Region sind in seinem Zusammenhang grundsätzliche
Fragen des zukünftigen politischen Transformationsprozesses im Vorderen
Orient und in Nordafrika aufgeworfen worden. Dazu zählt in erster
Linie der Anspruch der US-Regierung, mit und nach einem forcierten
Regimewechsel in Bagdad Grundlagen für einen modellhaften Demokratisierungsprozess
in der arabisch/islamischen Welt zu schaffen. Können also Demokratie
und "good governance" von West nach Ost exportiert bzw. von Ländern
wie Irak importiert werden?
Das laufende Forschungsprojekt "Perspektiven der politischen Rekonstruktion
Iraks" beinhaltet darüber hinaus noch einen weiteren Schwerpunkt,
der sich aus dem hier unitären Fall einer sowohl extern induzierten
Staatsgründung, als auch Staats-/ Regimezerschlagung ergibt, der
eine extreme Bandbreite von Entwicklungsperspektiven eröffnet: faktisch
von der autochthonen, selbst bestimmten Ausgestaltung eines neuen
Staates bis zu dessen vollständiger Auslöschung als Völkerrechtssubjekt.
Das aktuelle Projekt nutzt Ergebnisse von Vorarbeiten, die sich
mit dem Elitenwandel in Irak und der Erosion des Ba’th-Regimes beschäftigten.
Dabei wurde die Hypothese bestätigt, dass die jahrelange forcierte
Binnenmigration, der Regimeterror und insbesondere die Auswirkungen
des UN-Embargos zu neuen Trennlinien innerhalb der irakischen Gesellschaft
geführt haben, die die traditionellen Linien entlang ethnischer
und konfessioneller Parameter nicht komplett ersetzen, aber überlagern.
Signifikante Trennlinien verlaufen z.B. zwischen Stadt und Land,
staatlichen und Stammesstrukturen und - vor allem - arm und reich.
Diese Erkenntnisse verhalfen zu fundierter Kritik an Plänen der
US-Zivilverwaltung, Fehler der Vergangenheit, die bis zur kolonialen
Staatsgründung zurückreichen, zu wiederholen. Die Neuordnungskonzepte
der CPA überbetonten ethnisch/ konfessionelle Parameter und würden
bei ihrer Realisierung in einer Sackgasse (Libanonisierung) enden.
Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
PD Dr. Henner Fürtig, Prof. Dr. Adel Al Kayar
Links:
http://www.duei.de/doi/de/content/forschung/irakforschung/
irakforschung.html
Das DOI ist Teil des DÜI (siehe 3.1.6.).

Projekt:
Staatsbildung und Staatszerfall in den Regionen der Dritten Welt
Kurzbeschreibung:
Im Sommer 2001 abgeschlossenes, dreijähriges Forschungsprojekt
zum Thema "Staatsbildung und Staatszerfall in den Regionen der Dritten
Welt". Internationale Kooperation mit WissenschaftlerInnen aus Frankreich,
Belgien, den USA, Rußland und Georgien. Untersuchte die Wirkungszusammenhänge
von Staatsbildung, Staatszerfall und Rekonstituierung von Staatlichkeit
in Regionen der Zweiten und Dritten Welt. Wenig Informationen verfügbar.
Förderer: DFG, DAAD, ACLS, Fritz-Thyssen-Stiftung. Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Klaus Schlichte (siehe auch ), Boris Wilke
Links:
http://www.rrz.uni-hamburg.de/duei/fp/2001/doi-forschung2001.html#18
3.1.6.
Deutsches Übersee-Institut (DÜI), Hamburg
Projekt:
DÜI-Forschungsprogramm 3: Gewalt, Sicherheit und Krisenprävention
Kurzbeschreibung:
Die Forschungsgruppe wurde 1999 als FG "Krisenprävention und Peace-building"
gegründet, um die in den regionalen Arbeitseinheiten des DÜI bestehenden
Kompetenzen zu bündeln und zu vernetzen. In allen Verbundsinstituten
des DÜI hatte die Analyse von Konflikt- und Krisensituationen, wie
auch die Frage nach den (internationalen) Möglichkeiten zur Beendigung
von bürgerkriegsähnlichen Konflikten, bereits jahrzehntelang einen
zentralen Forschungsschwerpunkt gebildet. Vor diesem Hintergrund
wurde die Forschungsgruppe einerseits mit dem Ziel ins Leben gerufen,
Ergebnisse der Friedens- und Konfliktforschung mit den regionalen
Kontextvariablen abzugleichen und entsprechend weiterzuentwickeln.
Andererseits sollte die somit vernetzte wissenschaftliche Kompetenz
mit Praxisnähe verbunden und die Ergebnisse in die Politikberatung
transferiert werden.
Neben den bei den Mitgliedsinstituten (siehe 3.1.5.,
3.1.18., 3.1.12.)
aufgeführten Projekten sind in diesem Forschungsprogramm folgende
Vorhaben integriert: Eskalationsdynamik und Gewaltprävention. Von
der Ursachenanalyse zur Verhinderung von kriegerischen Konflikten,
Vergangenheitspolitik in Lateinamerika (Oettler/Nolte), Menschenrechte
in Theorie und Praxis: Der Fall Saudi-Arabien (Fürtig). Quelle:
Website (s.u.)
Im Januar 2004 wurde als Teil einer Veranstaltungsreihe mit der
SWP und dem ZEF ein Workshop zum Thema durchgeführt. Am 05.07.2004
fand beim DÜI in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Globalisierung
und Governance der Universität Hamburg eine Konferenz zum Thema
„Was ist Governance?“ statt.
Ansprechpartner:
Andreas Mehler (Leitung), Anika Oettler (Koordination), Matthias
Basedau, Martin Beck, Klaus Bodemer, Ulrike Borchardt, Marco Bünte,
Henner Fürtig, Heike Holbig, Sabine Kurtenbach, Hanspeter Mattes,
Volker Matthies, Sonja Siegmund, Wolfgang Schreiber, Andreas Ufen
Publikationen:
Siehe Teilprojekte.
Links:
http://www.duei.de/show.php/de/content/forschung/fg3.html
Kooperation mit:
ZEF (3.1.18.), SWP (3.1.16.)

3.1.7.
Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen,
Universität zu Köln
Projekt:
State Failure and Regional Security
Kurzbeschreibung:
Prof. Dr. Thomas Jäger’s professorship runs a website which serves
both as a gateway to the study of state failure and as the reference
site of a PhD project. The gateway offers a list of annotated links
to projects and scholarly articles on state failure as well as a
special section on State Failure in Colombia. The pages are updated
frequently and have greatly benefited this institutional mapping
excercise.
Daniel Lambach’s Ph.D. project is concerned with analyzing the effects
that weakness and failure of a state generate with respect to neighbouring
countries. It is posited that existing theories of 'national security'
are unsuited for this purpose, as they take the state to be an actor
rather than the referent object of security. Furthermore, these
theories do not disaggregate the state, but rather lump together
analytically separate concepts like government, regime, territory,
population and bureaucracy within a single phrase. Therefore, this
project builds upon a theory of security developed by Mohammed Ayoob
and understands security to be the territorial and institutional
stability of the state structure, as distinct from the stability
of the regime or the government, respectively. Based on this conceptualization
of security, this project seeks to analyze the phenomenon of state
failure and state collapse from a Security point of view. It examines
the hypothesis that state failure has - overwhelmingly negative
- knock-on effects on neighbouring states. Another underlying hypothesis
is that security of state structures is fundamentally interdependent,
in the sense that if one state fails, the stability of other states
in the region is negatively affected, leading to regional cycles
of state failure and collapse. To validate these hypotheses, the
concept of state failure will be operationalized, and the above
assumptions empirically tested. Additionally, attention will be
paid to how serious policy practitioners view the problem of weak
states and what priority it is assigned on most states' foreign
policy agendas when compared to military, economic or cultural considerations.
This project has the purpose of introducing the problem of state
failure to Security Studies, where it has, so far, only been paid
lip service. Furthermore, it serves to further the discussion on
state failure by extending research in a more empirical direction,
to allow testing of the existing jumble of theories. This project
is not about developing a new global security paradigm. The concept
of 'state security' from a regional point of view shall be expressly
limited to the weak and failing states of the Third World. Every
state faces different challenges that are deemed dangers so serious
as to warrant emergency measures to combat them, so a single unifying
definition of security seems to be out of reach. Quelle: Website
(s.u.), modifiziert.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Jäger, Daniel Lambach
Links:
http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/statestart.html

3.1.8.
Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt
Forschungsgruppe
III: Demokratisierung und der innergesellschaftliche Friede
Kurzbeschreibung:
Die Forschungsgruppe III untersucht den Zusammenhang zwischen Demokratisierung
und innergesellschaftlichem Frieden. Im Mittelpunkt der Debatte
um den demokratischen Frieden steht die Frage, ob und wie demokratische
Herrschaftsordnungen eine friedliche Austragung von Konflikten nach
außen bewirken. Weit weniger Aufmerksamkeit hat dagegen die Demokratisierung
und damit die Entstehung solcher Ordnungen gefunden sowie die Wirkung
dieser Demokratisierungsprozesse auf die friedliche Austragung von
Konflikten im Inneren. Dem will sich die Forschungsgruppe annehmen.
Zum einen richtet sie den Blick auf die etablierten Demokratien
und setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie diese gegenüber
undemokratischen Regimen im Sinne des Theorems vom demokratischen
Frieden zur Ausbreitung der demokratischen Herrschaftsform beitragen.
Das Erkenntnisinteresse der Forschungsgruppe richtet sich hier vor
allem auf die Bestimmungsfaktoren und die Widersprüche der Demokratisierungspolitik
von außen, wobei die Frage im Mittelpunkt steht, wie die etablierten
Demokratien mit den Problemen bei der Umsetzung ihrer Demokratisierungsagenda,
unbeabsichtigten Nebenwirkungen und Zielkonflikten umgehen. Das
zweite Erkenntnisinteresse konzentriert sich auf die aktuellen Demokratisierungsprozesse
sowie das Gewaltniveau im Inneren. In systematischer Analogie zum
Theorem vom demokratischen Frieden steht hier der Zusammenhang zwischen
Demokratisierung und Gewalt auf gesellschaftlicher Ebene im Mittelpunkt.
So wird einmal der Frage nachgegangen, in welcher Weise und Form
spezifische sozioökonomische Konstellationen und kulturelle Dispositionen
auf das Gewaltniveau in Demokratisierungsprozessen einwirken oder
gar zum Entstehen von Gewaltsystemen beitragen. Zum anderen geht
es um die Überwindung ehemals in Bürgerkriegen virulenter Gewalt
durch Demokratisierung und damit um deren transformatorische Wirkung
auf das gesellschaftliche Gewaltpotenzial. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Lothar Brock (Leiter, mittlerweile emeritiert), Susanne Buckley-Zistel,
Catherine Götze, Peter Kreuzer, Bernhard Moltmann, Bruno Schoch,
Hans-Joachim Spanger, Mirjam Weiberg, Heidrun Zinecker, Thorsten
Gromes, Cordelia Koch, Anna Schor-Tschudnowskaja, Jonas Wolff, Semiramis
Akbari
Publikationen:
Spanger, Hans-Joachim, 2002: Die Wiederkehr des Staates: Staatszerfall
als wissenschaftliches und entwicklungspolitisches Problem. HSFK-Report
1/2002. Frankfurt a.M.: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.
Brock, Lothar, o.J.: Nation-building – Prelude or Belated Solution
to the Failing of States? Mimeo. Frankfurt.
Gromes, Thorsten, 2002: Den Frieden abgewählt? Die Friedenskonsolidierung
in Bosnien und Herzegowina und die Wahlen im Oktober 2002. HSFK-Report
4.
Links:
http://www.hsfk.de/group.php?id=7&language=de
Neben den unten aufgeführten bestehen folgende mittelbare relevanten
Projekte in der Forschungsgruppe: „Politische, kulturelle und sozioökonomische
Bestimmungsfaktoren von Gewalt in fragmentierten Gesellschaften
(am Beispiel von Lateinamerika sowie Süd- und Südostasien)”, „Between
Past and Future. An Assessment of the Transition from Conflict to
Peace in Post-Genocide Rwanda”, „Konkordanzdemokratische Verfassungen
und Friedenssicherung: Das Beispiel Libanon“.

Projekt:
Demokratieförderung als Risikostrategie: die Demokratisierungspolitik
der Demokratien
Kurzbeschreibung:
Das Projekt untersucht in vergleichender Perspektive die außen-
und entwicklungspolitischen Aktivitäten der USA und Deutschlands
zur Förderung demokratischer Ordnungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts.
Konkret geht es in dem Projekt darum, welche Auswirkungen spezifische
Konfliktsituationen auf Ziel und Praxis der Demokratieförderung
haben. Damit sind solche Situationen gemeint, in denen aus Sicht
der beiden Geber USA und Deutschland unmittelbar wirksame sicherheitspolitische,
ökonomische und normative Präferenzen in Konflikt zur langfristigen
Orientierung auf globale Demokratisierung geraten. Das Projekt zielt
darauf, grundlegende Reaktionsmuster sowie systematische Ähnlichkeiten
und Varianzen in den Reaktionsmustern (im Geber- und Empfängervergleich)
empirisch zu erfassen und diese zu erklären.
Das Projekt untersucht mit den USA den normativen Hegemon und herausragenden
globalen democratizer. Als Vergleichsfall wird Deutschland herangezogen,
um die Spezifika der einzigen Super- und insofern auch Weltordnungsmacht
kontrollieren zu können. Dabei ist Deutschland wie die USA nicht
nur eine liberale Demokratie, sondern auch einer der wichtigsten
Akteure in der Demokratieförderung und weist als Exportnation ähnliche
globale wirtschaftliche Interessen an einem stabilen Kooperationsumfeld
auf. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Lothar Brock (Leiter, mittlerweile emeritiert), Hans-Joachim Spanger,
Jonas Wolff
Publikationen:
Spanger, Hans-Joachim, 2001: Die Fesseln der Konditionierung. Demokratieexport
nach Russland als Politikersatz. HSFK-Reports 4.
Spanger, Hans-Joachim/Jonas Wolff, 2003: Armutsreduzierung durch
Demokratisierung? PRSP: Chancen und Widersprüche einer neuen entwicklungspolitischen
Strategie. HSFK-Report 6.
Links:
http://www.hsfk.de/project.php?id=639&language=de
Projekt:
Der Beitrag von extern induzierter Demokratisierung zur Friedenskonsolidierung
in Nachkriegsgesellschaften
Kurzbeschreibung:
Das Projekt untersucht anhand von Fallanalysen und einem systematisch
angelegten Vergleich der drei prominentesten europäischen Nachkriegsgesellschaften
Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Nordirland, wie sich Demokratisierungsprozesse
durch unterschiedliche Formen der Intervention und externen Präsenz
entwickeln und ob es auf diese Weise gelingt, die zuvor gewaltsam
ausgetragenen Konflikte friedlich zu transformieren.
Alle Friedensabkommen zur Beendigung von Bürgerkriegen seit 1989
beabsichtigen, durch Demokratisierung das Ziel eines nachhaltigen
Friedens zu erreichen (Paris 2001). Die historische Erfahrung lehrt
indes, dass Demokratisierung ihrerseits auch Gewaltpotentiale freisetzen
kann (Snyder 2000). Deshalb stellt sich die Frage, inwieweit dies
durch externe Eingriffe bzw. ein Engagement der „internationalen
Staatengemeinschaft“ verhindert und damit umgekehrt die friedensstärkende
Wirkung von Demokratien entfaltet werden kann. Dabei steht extern
gesteuerte Demokratisierung in den von uns untersuchten Fällen vor
besonderen Dilemmata, da sie nicht nur Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung
ersetzt, sondern auch den Gemeinwesen Demokratien verordnet, ohne
zuvor deren Grenzen im Einvernehmen zu bestimmen. Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Bernhard Moltmann, Bruno Schoch, Thorsten Gromes
Publikationen:
Gromes, Thorsten, 2002: Den Frieden abgewählt? Die Friedenskonsolidierung
in Bosnien und Herzegowina und die Wahlen im Oktober 2002. HSFK-Report
4.
Schoch, Bruno, 2003: Gegen weitere staatliche Zersplitterung. Plädoyer
für multinationale Vielfalt in Belgrad, Podgorica und Pristina.
HSFK-Reports 2.
Links:
http://www.hsfk.de/project.php?id=646&language=de

3.1.9.
Humboldt-Universität, Berlin
Projekt:
Nachwuchsgruppe: Mikropolitik bewaffneter Gruppen
Kurzbeschreibung:
Die klassische Vorstellung vom Krieg als eines organisierten Gewaltaktes
zwischen Staaten wird dem Charakter der kriegerischen Konflikte
der Gegenwart nicht mehr gerecht. Staatliche Sicherheitskräfte sind
nicht mehr die alleinigen Akteure in diesen Kriegen, sondern gewaltsame
Gruppen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Organisation
dominieren das Erscheinungsbild der Kriege der Gegenwart. Der Charakter
dieser Gruppen ist zur Kernfrage bei der Einschätzung des Formwandels
des Krieges geworden und darüber hinaus für alle Fragen der politischen
Einhegung von Kriegen bedeutsam.
Die Nachwuchsgruppe widmet sich der Erforschung der inneren Dynamik
bewaffneter Gruppen in zeitgenössischen Kriegen und bewaffneten
Konflikten. Schwerpunkte der interdisziplinär angelegten Untersuchungen
sind die sozialen Ursprünge und Modi der Rekrutierung, die innere
Organisation im Verlauf bewaffneter Konflikte und die Probleme der
Transformation bewaffneter Gruppen in Nachkriegsgesellschaften..
Die von der "VolkswagenStiftung" finanzierte Gruppe hat ihre Arbeit
im November 2001 aufgenommen, Gesamtlaufzeit des Projekts beträgt
fünf Jahre. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Klaus Schlichte (Leitung) (siehe auch ), Astrid Nissen, Katrin
Radtke, Jago Salmon, Barbara Lemberger
Publikationen:
Schlichte, Klaus, 1996: Das Chaos der Gewalt und die Regeln des
Marktes: Zur Behinderung von Friedensprozessen durch Kriegsökonomien,
in: Birckenbach, Hanne-Margret, Jäger, Uli, Wellmann, Christian
(Hg.), 1996: Jahrbuch Frieden 1997. Konflikte, Abrüstung, Friedensarbeit.
München: Beck, pp. 140-148.
Schlichte, Klaus, 1996: Krieg und Vergesellschaftung in Afrika.
Ein Beitrag zur Theorie des Krieges. Münster: Lit-Verlag.
Schlichte, Klaus, 1998: Struktur und Prozess: Zur Erklärung bewaffneter
Konflikte im nachkolonialen Afrika südlich der Sahara, in: Politische
Vierteljahresschrift, 39 (1998) 2, S. 261-281.
Schlichte, Klaus, 1998: Why States Decay. A Preliminary Assessment.
Arbeitspapier 2/1998. Hamburg: University of Hamburg – IPW (Forschungsstelle
Kriege, Rüstung und Entwicklung/Research Unit of Wars, Armament
and Development.
Schlichte, Klaus/Boris Wilke, 2000: Der Staat und einige seiner
Zeitgenossen. Zur Zukunft des Regierens in der Dritten Welt, in:
Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 7 (2000) 2, S. 359-384.
Links:
http://www2.rz.hu-berlin.de/mikropolitik/?area=projekt

3.1.10.
Institut für Afrika-Kunde (IAK), Hamburg
Projekt:
Illegitime Gewaltmonopole und legitime „Gewaltoligopole“ - Aspekte
struktureller Instabilität
Kurzbeschreibung:
In vielen Staaten Afrikas zeichnet sich ab, dass ein legitimes
Gewaltmonopol zwar grundsätzlich als Voraussetzung für den weitgehend
friedlichen Umgang mit Konflikten unter dem Leitbild der „Strukturellen
Stabilität“ gelten kann, aber in der Realität repressive Regime
ein weitgehend illegitimes Gewaltmonopol herstellen (Rwanda, Togo)
oder Gewaltoligopole bestehen, die mitunter sogar empirisch als
legitim angesehen werden (periphere Gebiete z.B. in Nigeria, Côte
d'Ivoire). Allerdings führen Konkurrenz und unklare Verhältnisse
in Zonen ethnischer oder religiöser Überlappung fast automatisch
zu Gewalt zwischen Anhängern verschiedener Autoritäten. Was bedeutet
dies für die Suche nach „Struktureller Stabilität“? Können legitime
Gewaltmonopole überhaupt auf legitime Weise herbeigeführt werden?
Wie können externe Akteure mit der Vielfalt von gewaltfähigen Autoritäten
produktiv umgehen? Wie arrangiert sich die lokale „Zivilgesellschaft“
mit illegitimen Gewaltmonopolen und legitimen Gewaltoligopolen?
Und wie gehen externe Akteure im Rahmen einer Politik der Krisenprävention
mit diesen Widersprüchen um? Diesen Fragen soll in „Post Conflict-“
(bzw. „Post Settlement-“) Situationen in vier afrikanischen Staaten
komparativ nachgegangen werden (vorauss. ZAR 1997, 2003; Burundi
2002; Côte d'Ivoire 2001, 2003; Rwanda 1995-2003). Der theoretische
Ansatz fußt einerseits auf praxisorientierter Friedensforschung
(Ropers, Senghaas), andererseits auf Literatur zum neopatrimonialen
und schwachen Staat in Afrika (Clapham, Médard, Zartman etc.). Quelle:
Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Andreas Mehler
Publikationen:
Mehler, Andreas, 2004: Diskussionspapier Governance Afrika für
die GTZ. Entwurf, 05.01.2003, Institut für Afrikakunde, Hamburg.
Mehler, Andreas, 2003: Legitime Gewaltoligopole – eine Antwort auf
strukturelle Instabilität in Westafrika? Focus Afrika, IAK-Diskussionsbeiträge
22. Hamburg: Institut für Afrika-Kunde.
Mehler, Andreas, 2003: Afrikapolitik - einige Bemerkungen. SWP Jour
Fixe Staatsversagen in Afrika, Berlin, 19.02.2003. Stiftung Wissenschaft
und Politik.
Mehler, Andreas, 2003: Failed States - Konfliktprävention - Gewaltoligopole.
Kurzvortrag zur Konferenz der Leiterinnen und Leiter der deutschen
Auslandsvertretungen: Konturen einer neuen globalen Ordnung - Perspektiven
für die deutsche Außenpolitik (8.-11. September 2003), Tisch A:
Non-state actors und zerfallende Staaten (8. September 2003). Mimeo,
Hamburg/Berlin.
Mehler, Andreas, 2002: Structural Stability: Meaning, scope and
use in an African context, in: afrika spectrum, 37 (2002) 1, S.
5-23.
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html
Kooperation mit:
Ulf Engel/Universität Leipzig (3.1.11.),
Ulrich Schneckener/Stefan Mair/SWP (3.1.16.),
Tobias Debiel/ZEF (3.1.18.)
Das IAK ist Teil des DÜI (siehe 3.1.6.).

Projekt:
Staatskonsolidierung und Staatszerfall in Ost- und Zentralafrika:
Lokale Staatlichkeit und politischer Wandel in Tanzania und DR Kongo
Kurzbeschreibung:
Relevanz und Fragestellung des Themas: Das Projekt untersucht die
Auswirkungen von Staatszerfallsprozessen auf Provinzebene (lokale
Staatlichkeit) und ihre Folgen für das Verhältnis zwischen Staat
und lokaler Gesellschaft. Ziel ist eine Konzeptionalisierung von
Vorgängen gesellschaftlicher Selbstorganisation jenseits des Staates
bzw. der Substitution des Staates durch quasi-staatliche Institutionen
und Akteure. These: In staatsfreien Räumen kommt es durch die Interaktionen
gesellschaftlicher und quasi-staatlicher Akteure zur Herausbildung
institutioneller Innovationen und regulativer Autoritäten, die Macht-
und Autoritätsbeziehungen neu strukturieren. Dies führt zu Situationen
mit vermehrten Gewaltpotenzialen, aber auch zu neuen Chancen gesellschaftlicher
Selbstorganisation "von unten". Führen Prozesse der Entstaatlichung
zur Herausbildung autonomer politischer Räume, in denen nicht-staatliche
Akteure (Rebellen, Milizen, NROs, Kirchen etc.) quasi-staatliche
funktionale Äquivalente bilden, welchen Interessen dienen sie und
wie stabil sind diese neuen Interaktionsmuster? Praxisrelevanz:
Stellen der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols und die Zunahme
staatsfreier Räume in Afrika das herkömmliche Entwicklungsparadigma
in Frage? Ergeben sich dennoch Ansatzpunkte für externe entwickungspolitische
Akteure?
Verknüpfung Akteursansatz mit Elementen des historischen Institutionalismus,
um neue Akteurskonstellationen vor dem Hintergrund von Wandel und
Kontinuität afrikanischer Staatlichkeit zu analysieren. Methodisch
handelt es sich um einen qualitativen Ansatz, in dessen Rahmen eine
dezidiert lokale Perspektive als Analyseebene gewählt wird. Zudem
soll geprüft werden, ob die Anwendung des Konzepts der sozialen
Anomie Erkenntnisgewinne über Staatszerfallprozesse und politische
Neustrukturierungen in staatsfreien Räumen ermöglicht. Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rolf Hofmeier, Denis Tull, M.A. (jetzt SWP )
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html
Das Projekt war zugleich das Teilprojekt C.4 des Sonderforschungsbereiches
520 der Universität Hamburg: „Umbrüche in afrikanischen Gesellschaften
und ihre Bewältigung“, welcher im Juni 2003 aufgelöst wurde. Ansprechpartner
dort waren neben den genannten: Prof. Dr. Rainer Tetzlaff, Dr. Andreas
Mehler und Kurt Hirschler.
Vgl. http://www.uni-hamburg.de/Wiss/SFB/520/deut_vers/proj_c4.html.

Projekt:
Neopatrimonialismus, hybride Regime und Staatlichkeit in Afrika
Kurzbeschreibung:
Das Projekt ist aus dem "Transitionsprojekt" des IAK hervorgegangen.
Daraus sind Fragen zum Charakter der Herrschaft und der Staates
entwickelt worden, die sowohl konzeptionell (Neopatrimonialismus,
Staatlichkeit) vertieft als auch theoretisch und empirisch mit Fragen
der Demokratisierung und Entwicklung in Zusammenhang gebracht werden.
Zunächst geht es um die Frage nach der Tragfähigkeit des Konzeptes
Neopatrimonialismus: wo liegen seine Stärken und Schwächen? Im Zentrum
steht schließlich die Schwäche des Staats und wie diese in ihren
unterschiedlichen Zuständen - Staatsversagen, Staatsverfall u. Staatszerfall
- erfaßt werden können. Dabei wird unter anderem untersucht, welche
Konsequenzen eingeschränkte Staatlichkeit im Kontext der Demokratisierung
auf wohlfahrtsstaatliche Politiken (Gesundheit u. Bildung als zentrale
Elemente der Entwicklungspolitik) hat. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Gero Erdmann
Publikationen:
Erdmann, Gero, 2003: Apokalyptische Trias: Staatsversagen, Staatsverfall
und Staatszerfall – strukturelle Probleme der Demokratie in Afrika,
in: Rüb, Friedbert (Hg.), 2003: Demokratie und Staatlichkeit. Systemwechsel
zwischen Staatsreform und Staatskollaps. Opladen, pp. 267-292.
Erdmann, Gero, 2002: Neopatrimoniale Herrschaft, oder: Warum es
in Afrika so viele Hybridregime gibt, in: Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert
Rüb (Hg.), 2002: Hybride Regime. Zur Konzeption und Empirie demokratischer
Grauzonen. Opladen: Leske + Budrich.
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html

Projekt:
Die Auswirkungen der Dezentralisierung auf die Armut in Uganda
Kurzbeschreibung:
Dezentralisierung ist in vielen Entwicklungsländern zu einem übergreifenden
politischen und wirtschaftlichen Ziel und zu einem festen Bestandteil
der Strategien zur Armutsreduzierung geworden. Dem liegt die Annahme
zugrunde, Maßnahmen zur Armutsbekämpfung könnten besser und effektiver
auf lokaler als auf zentraler Ebene geplant und umgesetzt werden.
Allerdings wurde dieser Zusammenhang bislang nur unzureichend theoretisch
und empirisch untersucht. Die ugandische Regierung hat sich vor
fast 10 Jahren dazu entschlossen, weitgehende Kompetenzen und Verantwortung
auf subnationale Ebenen zu übertragen; gleichzeitig hat sie sich
im letzten Jahrzehnt als sehr erfolgreich in der Armutsbekämpfung
erwiesen. Können für Uganda Zusammenhänge zwischen Dezentralisierung
und verschiedenen Dimensionen der Armut identifiziert werden? Welche
Rolle spielen lokale Einnahmen und Ausgaben? Welche Kosten bringt
der Dezentralisierungsprozess mit sich? Und wie stehen diese Kosten
dem Nutzen gegenüber? Welche institutionellen Bedingungen beeinflussen
die Armutswirkungen von Dezentralisierung?
Eine ausführliche Bestandsaufnahme über Umfang und Ablauf der Dezentralisierung
in Uganda bildet den Ausgangspunkt. Im theoretischen Teil soll der
Zusammenhang zwischen Dezentralisierung und verschiedenen Dimensionen
der Armut modellhaft dargestellt werden, unter Berücksichtigung
lokaler Ausgaben und Einnahmen sowie der Dezentralisierungskosten.
Nach Ableitung empirisch überprüfbarer Aussagen über Armutseffekte
der Dezentralisierung soll dann mikro-ökonometrisch untersucht werden,
ob und wie sich Dezentralisierungsmaßnahmen in Uganda auf die ökonomische
und menschliche Dimension der Armut ausgewirkt haben. Auf Grundlage
der theoretischen und empirischen Ergebnisse sollen abschließend
allgemeine Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Dezentralisierung
und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern ermittelt werden. Quelle:
Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dipl. Kffr. Susan Steiner
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html
Weitere
Projekte mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen:
Parteien und Parteiensysteme im anglophonen Afrika: Probleme der
Typologie, Organisation, Funktionsweise und ihre Bedeutung für die
Demokratie
Ansprechpartner:
Dr. Gero Erdmann, Dr. Matthias Basedau
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html
Demokratische Einstellungen und wirtschaftliche Entwicklung: Demokratische
Transition in Malawi, Namibia und Zambia
Ansprechpartner:
Dr. Gero Erdmann
Links:
http://www.duei.de/iak/show.php/de/content/forschung/forschung.html

3.1.11.
Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig
Projekt:
Governance beyond the state: Donor policies in Africa's new social
spaces
Kurzbeschreibung:
Staatlichkeit in Afrika südlich der Sahara ist zu Beginn des 21.
Jahrhunderts äußerst prekär. Angesichts von Staatsversagen, -verfall
bzw. -zerfall ist der post-koloniale Staat in Wissenschaft und politischer
Praxis einer veränderten Wahrnehmung unterworfen. Einige Staaten
wurden erfolgreich rekonfiguriert, in anderen Fällen beschleunigte
sich der Prozeß der staatlichen Desintegration bis hin zu dessen
Auflösung. Neue soziale Räume sind an seiner Stelle entstanden.
Sie sind ein Code für neue oder wiederbelebte Formen von Herrschaft,
aber auch für hegemoniale Diskurse über Legitimität und soziale
Kontrolle. Für die internationale Entwicklungszusammenarbeit stellen
neue soziale Räume eine zentrale Herausforderung dar, weil sie die
Frage nach einer Neuordnung von Governance-Beziehungen zwischen
dem Norden und dem Süden aufwerfen. Im Zentrum des empirischen Interesses
dieses Vorhabens steht daher die Frage, wie zentrale Akteure der
entwicklungspolitischen Zusammenarbeit neue soziale Räume jenseits
des Staats wahrnehmen und konzeptualisieren und wie sich dies auf
die Neuausrichtung ihrer Ziele und ggf. auf die Anpassung ihres
Instrumentarium auswirkt. Die Fallstudien haben zwei multilaterale
(Europäische Kommission, Weltbank) und zwei nationale Akteure (GTZ,
DfID) zum Gegenstand, deren Neuorientierung in drei Referenzräumen
untersucht werden soll (Mulanje/Malawi, Niger Delta/Nigeria und
Ituri/DR Congo). Unter theoretischen Vorzeichen ist das Vorhaben
als ein Beitrag zur Relativierung des dominanten methodologischen
Nationalismus in der IB-Forschung angelegt. Am Beispiel Afrikas
soll die Grenzzone zwischen den politikwissenschaftlichen Teildisziplinen
Internationale Beziehungen und Vergleichende Regierungslehre ausgelotet
werden. Laufzeit: 2004-2006, Finanzierung: DFG. Quelle: Zulieferung
Engel.
Ansprechpartner:
PD Dr. Ulf Engel
Publikationen und geplante Vorhaben:
s.u.
Links:
http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=51&page=1
Projekt:
Herrschaft jenseits des Staates: Staatsverfall, Extraversion und
externe Intervention in Westafrika
Kurzbeschreibung:
Politische Herrschaft in Afrika scheint heute instabiler denn je.
Das Projekt will untersuchen, auf welche Weise der Verfall des neopatrimonial
organisierten post-kolonialen Staats in Afrika sowohl mit der Extraversion
seiner politischen Akteure wie auch mit bestimmten Formen der Intervention
privater bzw. staatlicher nicht-afrikanischer Akteure verknüpft
ist. Neuere Analysen thematisieren zwar die Auflösung von Staatlichkeit
sowie voneinander getrennt die Nach-Außen-Wendung bei der Beschaffung
materieller und legitimatorischer Grundlagen durch die Herrschenden
einerseits bzw. internationale Interventionen andererseits. Relativ
wenig Aufmerksamkeit wurde bislang jedoch der Gleichzeitigkeit dieser
Prozesse und deren Resultaten zuteil. Im Zentrum des empirischen
Interesses dieses Vorhabens steht daher die Frage, wie politische
Herrschaft nach der Desintegration des postkolonialen Staats organisiert
wird, mit Fallstudien zum Nigerdelta in Nigeria und dem nordöstlichen
Sierra Leone. Unter theoretischen Vorzeichen ist das Vorhaben als
ein Beitrag zur Relativierung des dominanten methodologischen Nationalismus
in der IB-Forschung angelegt, es will die Grenzzone zwischen den
politikwissenschaftlichen Teildisziplinen International Relations
und Comparative Politics ausloten. Laufzeit: 2004-2006, Finanzierung:
DFG. Quelle: Zulieferung Engel.
Ansprechpartner:
PD Dr. Ulf Engel, R. Eberlein (Projektbearbeiter, Berlin)
Geplante Vorhaben:
Publikationen von Dr. Engel in 2005:
Governance in Africa at the turn of the 21st century. Aldershot:
Ashgate (edited with G.R. Olsen), darin: UE & Andreas Mehler. Under
construction: Governances in Africa’s deterritorialised and reterritorialised
new violent socialspaces.
Staat, Demokratie und Entwicklung im Zeitalter der Globalisierung.
Festschrift für Rainer Tetzlaff. Münster etc: Lit-Verlag (hrsg.
mit C. Jakobeit, A. Mehler, G. Schubert)
Publikationen:
Engel, Ulf, 2003: Governance beyond the African state: Donor policies
in new social space. mimeo. International Workshop at the Stellenbosch
Institute for Advanced Studies (STIAS), Stellenbosch, 05.07.2003.
Engel, Ulf, 2002: The African state The failure of a social construction.
mimeo. International Workshop on Africa's Big Dysfunctional States,
Cadenabbia/Italy, 20.11.2002.
Engel, Ulf/Andreas Mehler/Rainer Tetzlaff (Hg.), 1995: Afrika zwischen
Dekolonisation, Staatszerfall und Demokratisierung. Hamburger Beiträge
zur Afrika-Kunde. Hamburg: Institut für Afrika-Kunde.
Links:
http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=51&page=1

Projekt:
Governance for African Development
Kurzbeschreibung:
Gemeinsames Forschungsprojekt mit dem Department of Political Science
der Partneruniversität Stellenbosch (Südafrika) und dem Institute
of Commonwealth Studies (London). Das Projekt begann im Juli 2003
mit einem Workshop in Stellenbosch. In den Jahren 2004-06 ist ein
Ausbau dieses Programms vorgesehen. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt
einen Teil dieses Vorhabens.
Vom 4.-10. September 2004 findet eine Graduate Research School zum
Thema "Governance for African Development (GAD) - Governance and
Inequality" an der Universität Stellenbosch statt. Die Graduate
Research School wird von der Volkswagen-Stiftung finanziert. Quelle:
Website (s.u.)
Links:
http://www.uni-leipzig.de/~afrika/pages/ifa/show.php?aid=7&page=1
Kooperation mit:
Universität Stellenbosch. Das organisierende Konsortium wird vom
Institut für Afrikanistik koordiniert, mit Partner Institutionen
in Addis Ababa, Dar es Sa-laam, Hamburg, Kiel, London, Maputo, Mbarara
(Uganda) und Nairobi.
3.1.12.
Institut für Asienkunde (IFA), Hamburg
Projekt:
Politischer Islam und Demokratie in Südostasien. Die Auseinandersetzungen
zwischen Säkularisten und Islamisten in Malaysia und Indonesien
Kurzbeschreibung:
In Indonesien lässt sich seit Ende der 80er Jahre eine Stärkung
islamischer Gruppierungen beobachten. Nach dem Sturz Suhartos konnten
erstmals seit den 50er Jahren wieder unabhängige Parteien gegründet
werden. Durch die Parlamentswahlen im Juni 1999, durch die Bildung
einer islamischen "Mittelachse" bei der Präsidentenwahl, aber auch
durch religiös definierte regionale Konflikte (etwa in den Molukken)
ist es zu einer Polarisierung zwischen orthodoxen Muslimen und säkularistisch
orientierten Gruppen um Megawati Sukarnoputri gekommen. In Malaysia
hat die UMNO bei den letzten Wahlen eine empfindliche Niederlage
hinnehmen müssen. Dort sind die fundamentalistische PAS und die
Bewegung um Anwar Ibrahim Sammelbecken der Gegner Mahathirs. In
Malaysia verbinden sich religiöse Kämpfe sehr viel stärker als in
Indonesien mit ethnischen Konflikten. Der Islam fungiert einerseits
als Selbstbehauptungsideologie der Malaien, andererseits als das
dogmatische Fundament eines Teils der Opposition. Welches sind die
jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der
Islamisierung? Inwieweit ist der politische Islam mit demokratischen
Ideen vereinbar? Besteht die Gefahr einer weiteren Radikalisierung?
Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Andreas Ufen
Links:
http://www.duei.de/ifa/show.php/de/content/institut/
einzelprojekte.html#16
Das IFA ist Teil des DÜI (siehe ).

3.1.13.
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg
Projekt:
Erfolgreiches und gescheitertes Nation-Building in der Dritten Welt
Kurzbeschreibung:
Nachdem das Nachdenken über Nation-Building – als die Entwicklung
oder Herstellung von „Nationalstaaten"– in den 50er und 60er Jahren
die Diskussion über Entwicklungsprozesse stark beeinflusste, geriet
das Konzept seit dem Vietnamkrieg in Vergessenheit. Seit Ende des
Kalten Krieges wird zunehmend, wenn auch eher unsystematisch, wieder
von Nation-Building gesprochen. Dabei bezieht man sich vor allem
auf regionale Krisenherde (Somalia, Bosnien, Afghanistan), und begreift
die Aufgabe externer Akteure zum Teil darin, Nation-Building zu
stimulieren bzw. durchzusetzen. Es wird untersucht, wie Prozesse
des Nation-Building (einschließlich der Etablierung funktionierender
Staatsapparate und „nationaler" Identitäten) im Inneren ablaufen
und wie sie von außen beeinflusst werden können. Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Franz Nuscheler (Direktor), Dr. Jochen Hippler
Geplante Vorhaben:
Publikation zum Thema in Vorbereitung.
Publikationen:
Hippler, Jochen, 2003: Nation-Building: Ein Schlüsselkonzept für
friedliche Konfliktbearbeitung? EINE Welt; Bd. 17. Bonn: J.H.W.
Dietz Nachf.
Links:
http://inef.uni-duisburg.de/page/FBEZ_2001_JH_1Main.php
Kooperation mit:
Transnational Institute (TNI), Amsterdam; SEF, Bonn (3.3.1.)
Projekt:
Staatsverfall und Weltordnungspolitik
Kurzbeschreibung:
Kernthema: Der Verfall von Staaten kann nur durch eine neue multilaterale
Ordnungspolitik verhindert bzw. rückgängig gemacht werden.
Der Verfall staatlicher und zivilgesellschaftlicher Strukturen in
Krisenregionen ist in der Regel verbunden mit humanitären Katastrophen
und dem Wachstum international vernetzter krimineller Gewaltökonomien,
terroristischer Netzwerke und privater Militärfirmen. Die auf diese
Entwicklungen reagierende weitgehend unilaterale Außen- und Sicherheitspolitik
der US-Administration verstärkt in einigen Fällen diese Prozesse.
Multilaterale Initiativen im Rahmen der UNO, der G8-Gruppe, des
Development Assistance Committee (DAC) der OECD oder der EU erfolgen
zu spät oder sind unzureichend. Im Forschungsprojekt werden zunächst
an Fallbeispielen die internen und externen Ursachen für Zerfallsprozesse
analysiert. Aus dieser Analyse werden Schlussfolgerungen für eine
notwendige Weiterentwicklung der existierenden Konzepte der zivilen
und sicherheitspolitischen Konfliktbearbeitung und der Mechanismen
einer Weltordnungspolitik gezogen. Nur eine auf die lokalen Verhältnisse
abgestimmte Kooperation zwischen internationalen Organisationen,
Staaten und Nichtregierungsorganisationen eröffnet die Möglichkeit,
eine drastische Verschlechterung der Lebensverhältnisse und der
Zunahme des lokalen und regionalen Gewaltpotentials im Zuge des
Staatszerfalls präventiv zu verhindern und rechtsstaatliche Strukturen
zu stabilisieren bzw. wieder aufzubauen. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Tobias Debiel (Wiss. Geschäftsführer), Dieter Reinhardt
Publikationen:
Reinhardt, Dieter, 2004: Staatszerfall, Neue Kriege und Bedrohungspotentiale.
Review Essay, in: Internationale Politik und Gesellschaft, (2004)
3, S. 164-176, http://fesportal.fes.de/pls/portal30/docs/FOLDER/
IPG/IPG3_2004/12+RE+REINHARDT.PDF (Zugriff am 27.07.2004).
Links:
http://inef.uni-duisburg.de/page/projekt.php?project=26&
code=view&fb=FBFK
Kooperation mit:
SEF (3.3.1.): Veranstaltungsreihe zum Thema
Staatszerfall

Projekt:
Staatsverfall als friedens- und entwicklungspolitische Herausforderung:
Wie können Gewaltstrukturen transformiert und Governance-Ansätze
gestärkt werden? Eine konzeptionelle Untersuchung mit empirisch-analytischer
Anwendung auf Somalia und Afghanistan
Kurzbeschreibung:
INEF-ZEF Kooperation. Projektbeschreibung: Siehe .
Ansprechpartner:
Tobias Debiel, in Kooperation mit Conrad Schetter/Ulf Terlinden
ZEF ()
Publikationen:
Debiel, Tobias, 2003: Staatsversagen, Gewaltstrukturen und blockierte
Entwicklung: Haben Krisenländer noch eine Chance, in: Aus Politik
und Zeitgeschichte, B 13-14 (2003), S. 15-23.
Debiel, Tobias (Hg.), 2002: Der zerbrechliche Frieden. Krisenregionen
zwischen Staatsversagen, Gewalt und Entwicklung. Bonn: J.H.W. Dietz.
Kooperation mit:
ZEF (3.1.18.), Deutsche Stiftung Friedensforschung
(Finanzierung)
Projekt:
Jahrbuch Menschenrechte
Kurzbeschreibung:
Gemeinsam mit einer Reihe anderer Organisationen (s.u.) gibt das
INEF das Jahrbuch Menschenrechte heraus. Das Jahrbuch 2002 hatte
dabei den Schwerpunkt „Menschenrechte und Staatszerfall“.
Publikationen:
Arnim, Gabriele von/Volkmar Deile/Franz-Josef Hutter/Sabine Kurtenbach/Carsten
Tessmer (Hg.), 2001: Jahrbuch Menschenrechte 2002 (Schwerpunkt:
Menschenrechte und Staatszerfall). Frankfurt/M.: suhrkamp taschenbuch.
Links:
http://www.jahrbuch-menschenrechte.de
Kooperation mit:
Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM), amnesty international
3.1.14.
Max Planck Institute for Social Anthropology, Halle
Department
I: Integration and Conflict
Kurzbeschreibung:
Key concepts for the Department’s approach to integration and conflict
are the construction of identity and difference. These construction
processes can be observed in different domains: kinship, friendship,
language and history – commonly amalgamated to various forms of
‘ethnicity’ – and adherence to various complexes of rituals and
beliefs, including corporate ‘religions’ in the modern sense. How
decisions between alternative identifications are taken is modelled
at the individual and supra-individual levels.
The Department aims at worldwide comparisons. So far it has had
clusters of projects mainly in West Africa, Northeast Africa and
Central Asia. Fields of practical application comprise, among others,
conflict mediation and development policy advice. On-going and past
projects include: “Refugees and changes in local governance on the
Chad-Sudanese border (Dar Masalit)”, “Interest, Identity and Ideology:
Social Groups, Individual Behaviour and the Nation-State in Post-Soviet
Uzbekistan”, “Identities in Ethiopia and the Struggle for the Nation
State”, “Identity and Conflict in two Regions of Eastern Somaliland”,
“Ethnicity in new contexts: emergent boundaries and pluri-ethnic
networks in the East of the Republic of the Sudan”, “Ethnic Conflict
and Integration: the case of Gambella, western Ethiopia, Property,
Interethnic Relations and the State in South-West Ethiopia”. Quelle:
Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Günther Schlee u.v.m.
Links:
http://www.eth.mpg.de/research/integration-conflict/index.html

3.1.15.
Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin
Projekt:
Accounting for State-building, Stability & Violent Conflict: The
Institutional Framework of Caucasian and Central Asian Transitional
Societies
Kurzbeschreibung:
In vergleichender Absicht und mit einem interdisziplinären Ansatz
untersucht das Projekt die institutionellen Voraussetzungen für
eine erfolgreiche bzw. scheiternde Regulierung von Konflikten in
verschiedenen Gesellschaften des Kaukasus und Zentralasiens und
fragt nach den Bedingungen von Erfolg bzw. Misserfolg im Aufbau
von Staatlichkeit. Im Rahmen des Projektes werden Fallstudien zu
Georgien, Tajikistan, Kyrgyztan und Uzbekistan angefertigt. Grundlage
ist jeweils eine mindestens 12-monatige intensive Feldarbeit, die
sich ethnologischer Methoden bedient. Im Projektteam arbeiten Doktoranden
und Post-Doktoranden aus Russland, UK, USA, Usbekistan, Kyrgyzstan
und Deutschland. Laufzeit: 3 Jahre (seit 10/2002). Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Directors: Georg Elwert, Holm Sundhaussen, Christoph Zürcher, Jan
Koehler. Research Team: Dr. Alexey Gunya, Scott Radnitz, Dr. Bahodir
Sidikov, Azamat Temirkoulov, Gunda Wiegmann, Dr. Jonathan Wheatley
Publikationen:
Koehler, Jan, 1999: The art of losing the state: weak empire to
weak nation-state around Nagorno-Karabakh. Expert Meeting "Potentials
of (Dis-)Order - Former Yugoslavia and Caucasus in Comparison",
Berlin, 11.-13.06.1999.
Koehler, Jan/Christoph Zürcher, 2004: Conflict and the state of
the state in the Caucasus and Central Asia: an empirical research
challenge. Arbeitspapiere des Bereichs Politik und Gesellschaft.
Berlin: Osteuropa-Institut der Freien Universität.
Links:
http://www.oei.fu-berlin.de/cscca/index.html,
http://www.oei.fu-berlin.de/~zuercher/pages/projekte_01.htm
Kooperation mit:
Center for Strategic Analysis (Yerevan, Armenia), Institute of
Peace and Democracy (Baku, Aserbajdzan), International Center on
Conflict and Negotiation (Tbilisi, Georgia)

Kolloquium
„The Future of Intervention: Intervention, Legitimität und die Rekonstruktion
von Staatlichkeit“
Kurzbeschreibung:
Die drei Berliner Universitäten, die Berlin-Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, das Wissenschaftszentrum Berlin und das Wissenschaftskolleg
ermöglichen im Rahmen der "Blankensee-Colloquien" die Durchführung
dieser internationalen Tagung vom 16.-18.07.2004. Das Colloquium
wird das Dilemma „dauerhafter Interventionen“ behandeln, die „nicht
zu tragfähiger Staatlichkeit führen”. Am Colloquium werden Wissenschaftler
und Praktiker aus Berlin, Europa und Übersee folgende Fragen debattieren:
1. Wie lässt sich verloren gegangene Staatlichkeit durch externe,
nicht militärische Intervention reparieren? 2. Wie nachhaltig ist
eine solche reparierte Staatlichkeit? 3. Wie verändert sich Staatlichkeit
unter Bedingung fortgesetzter Intervention? 4. Gibt es machbare
und akzeptable Exit-Optionen für internationale Missionen?
Das Colloquium soll auch dazu dienen, gemeinsam mit Forschungsförderwerken
zu erörtern, wie man die Veranstalter dabei unterstützen kann, ihr
Projekt zu einem interdisziplinären und internationalen Forschungsnetz
weiterzuentwickeln. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Christoph Zürcher, Jan Koehler, Kristof Gosztonyi, Cornelius Graubner
Links:
http://www.oei.fu-berlin.de/~blankensee,
http://www.oei.fu-berlin.de/~zuercher/pages/projekte_02.htm
3.1.16.
Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin
Projekt:
States at Risk - Fragile Staaten als Sicherheits- und Entwicklungsproblem
Kurzbeschreibung:
Das Projekt geht von der These aus, daß der Zerfall oder das Scheitern
von Staaten ein Sicherheits- und Entwicklungsproblem für weite Teile
der Welt ist, das erhebliche regionale und internationale Auswirkungen
hat. Die zentrale Frage des Projektes lautet: Was kann von außen
getan werden, um Prozesse des Staatszerfalls oder der Erosion von
Staatlichkeit zu stoppen und um staatliche Strukturen zu stärken?
Das Projekt will sowohl Empfehlungen für die untersuchten Einzelfälle
(v.a. "Grenzfälle" fragiler Staatlichkeit wie z.B. Jordanien, Kenia
oder Venezuela) als auch allgemeine Vorschläge und Ansätze über
alle Fälle hinweg erarbeiten, die als Leitlinien oder Eckpunkte
für deutsche/europäische Außenpolitik dienen könnten.
Zentrale Forschungsfragen sind: Was sind relevante Indikatoren,
um Defizite von Staatlichkeit feststellen zu können? Welche Funktionsbereiche
des Staates sind dabei zu unterscheiden? Gibt es ein Spektrum an
fragilen Staaten? Was sind begünstigende Faktoren oder Auslöser
bei der Erosion von Staatlichkeit? Wie ist das Verhältnis zwischen
internen und externen Faktoren? Gibt es typische Muster, Verlaufsformen
oder Kontextbedingungen, die den Zerfall eher befördern als andere?
Das Projekt konzentriert sich primär auf die Analyse staatlicher
Akteure und Institutionen. Dies umfaßt allerdings nicht nur die
Exekutive im engeren Sinne, sondern auch die Legislative, das Justizwesen
sowie die öffentliche Verwaltung von der nationalen bis hin zur
lokalen Ebene. Das gemeinsame Konzept besteht aus vier Bausteinen,
die als Leitfaden für die geplanten Fallstudien dienen sollen: Unterscheidung
von drei zentralen Staatsfunktionen (Sicherheit, Wohlfahrt, Legitimität/Rechtsstaat)
sowie den entsprechenden Indikatoren; darauf aufbauend eine Typologie
fragiler Staatlichkeit, die zur Einordnung der jeweiligen Fälle
dient; ein Analyseraster für jene Faktoren, die für die Erosion
von Staatlichkeit verantwortlich sein können; ein Analyseraster
für potentielle Interventionsmaßnahmen von außen. Quelle: Website
(s.u.)
Am 19.03.2003 fand ein Jour Fixe „Staatsversagen in Afrika“ bei
der SWP statt.
Am 22.10.2003 führte die SWP als Teil einer Veranstaltungsreihe
mit DÜI und ZEF einen Workshop zu „States at Risk – Formen und Ursachen
fragiler Staatlichkeit“ durch.
Vom 20.-21.01.2004 führte die SWP gemeinsam mit dem Carnegie Endowment
eine Konferenz in Washington unter dem Titel “States at Risk—Stabilization
and State-Building by External Intervention” durch (s.u.).
Ansprechpartner:
Muriel Asseburg, Norbert Eitelhuber, Gero Erdmann (ext.), Iris
Glosemeyer, Susanne Gratius, Uwe Halbach, Stefan Mair, Andrea Schmitz,
Ulrich Schneckener, Dunja Speiser, Christian Wagner, Isabelle Werenfels,
Boris Wilke, Gerhard Will
Publikationen:
Mair, Stefan, 2002: Die Globalisierung privater Gewalt: Kriegsherren,
Rebellen, Terroristen und organisierte Kriminalität. SWP-Studie
S 10, April 2002. Berlin.
Mehler, Andreas, 2003: Afrikapolitik - einige Bemerkungen. SWP Jour
Fixe Staatsversagen in Afrika, Berlin, 19.02.2003. Stiftung Wissenschaft
und Politik.
Schneckener, Ulrich (Hg.), 2004: States at Risk. Fragile Staaten
als Sicherheits- und Entwicklungsproblem. SWP Studie. Nr. S43. Berlin:
Stiftung Wissenschaft und Politik.
Swenson, Geoffrey/Eugene Whitlock, 2004: Conference Report. States
at Risk—Stabilization and State-Building by External Intervention,
Washington, D.C., 20-21.01.2004. Democracy and Rule of Law Project,
Carnegie Endowment / States at Risk Project, SWP.
Links:
http://www.swp-berlin.org/projekte/projekt.php?id=2535&
PHPSESSID=70508a196d4e19c3aa0cd42f5a0c5790&active
=states+at+risk
Kooperation mit:
Democracy and Rule of Law Project/CEIP (6.1.2.),
IAK (3.1.10.), DÜI (3.1.6.),
ZEF (3.1.18.), German Marshall Fund (Konferenzfinanzierung)

3.1.17.
Wissenschaftszentrum (WZB), Berlin
Abteilung
Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolfgang Merkel
Publikationen:
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter
Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band I: Theorien und Konzepte.
Opladen: Leske+Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter
Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band II: Regionale Perspektiven.
Opladen: Leske + Budrich.
Links:
http://www.wz-berlin.de/zkd/dsl/leute/wolfgang_merkel.de.htm
Kooperation mit:
Arbeitskreis Systemwechsel/DVPW (3.3.3.).
Projekt:
The Consolidation of Democracy in Central and Eastern Europe (Abteilung
"Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen")
Kurzbeschreibung:
Kooperationsprojekt mit 13 osteuropäischen Demokratien, finanziert
durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Laufzeit: 01.01.1998
- 31.07.2003. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Edeltraud Roller, Bernhard Weßels
Projekt:
Neue Formen der Gewalt im internationalen System: Möglichkeiten
und Grenzen der Prävention
Kurzbeschreibung:
Ausgangspunkt des Projekts sind die sicherheits- und ordnungspolitischen
Veränderungen im internationalen System, die wir seit dem Ende des
Ost-West-Konflikts beobachten können. Diese beinhalten sowohl einen
Wandel von Ordnungsvorstellungen als auch einen quantitativen und
qualitativen Wandel der Gewaltformen. Die zentralen Elemente des
übergreifenden Wandels der Gewalt sind deren Entstaatlichung und
Privatisierung, ihr zunehmend transnationaler und regionaler Charakter
sowie die Verfestigung von Bürgerkriegen durch Gewaltmärkte, die
in eine zunehmend globalisierte Kriegswirtschaft führt. Bilden sich
neue Formen der Gewalt heraus, dann stellt sich die Frage nach den
Möglichkeiten und Grenzen der externen Konflikttransformation unter
veränderten Rahmenbedingungen (Prävention, Intervention) völlig
neu.
Das Ziel des Projekts besteht demzufolge in der Beantwortung der
doppelten Fragestellung, durch welche neuen Gewaltformen das internationale
System der Gegenwart sicherheits- wie ordnungspolitisch geprägt
wird und welche Möglichkeiten und Grenzen der internationalen Steuerung
durch Prävention und Intervention in schwachen oder gescheiterten
Staaten bestehen. Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolf-Dieter Eberwein (Direktor), Dr. Sven Chojnacki und
zahlreiche assoziierte MitarbeiterInnen.
Links:
http://www.wz-berlin.de/ag/ip/projects.de.htm

3.1.18.
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn
Research
Group “Governance and Conflict”
Kurzbeschreibung:
The research group “Governance and Conflict” concentrates on countries
which have either been ridden by protracted civil wars, state failure
and political disintegration or which are facing a high risk of
political conflict. Those countries have gained an increasing significance
for development research and policy. The research group has early
on identified these crucial challenges at the interface of development
and conflict research. It focuses on the one hand on the structures,
characteristics and courses of protracted violent conflicts: Such
conflicts undermine basic characteristics of modern statehood such
as the legitimate monopoly of force or concepts of territoriality.
The increase of so-called 'failed states' threatening neighbouring
countries and the international community illustrates this point.
However, state crisis is often a major structural cause for violent
conflict in developing countries. On the other hand processes which
lead to the escalation vs. de-escalation of violent conflict are
part of the research agenda. In this context concepts of intervention,
conflict resolution and post-conflict reconstruction are taken into
consideration as well as governance arrangements ranging from rule
of law and constitutional settings to proportional representation,
electoral systems and various forms of autonomy, federalism and
local governance.
A particular focus of the research group is on the design of the
state as the principal agent of development and change and on the
state’s role in providing structural stability and human security
in order to facilitate peaceful transformation of political and
socio-economic structures. The state, however, is not exclusively
conceived as the ‘central state’. On the contrary, in crisis states
and post-war societies the sub-national and the local levels of
governance are gaining importance. These sub-national level of governance
constitutes a hybrid of state and private/traditional structures.
While these structures sometimes are actually able to meet needs
of the local population in a better way than the central state,
they are also frequently linked to illegitimate sources of power
and resource control (e.g. warlordism, economy of violence).
Ansprechpartner:
Dr. Conrad Schetter (Research Group Coordinator), Blessings Chinsinga,
Malte Kaßner, Mario Krämer, Bernd Kuzmits, Kelemework Tefere Reda,
Monika Sticht, Ulf Terlinden
Publikationen:
Debiel, Tobias, 2003: UN-Friedensoperationen in Afrika. Weltinnenpolitik
und die Realität von Bürgerkriegen. Bonn: J.H.W. Dietz Nachf.
(Weitere Publikationen siehe Projekte.)
Links:
http://www.zef.de/research_activities/governance_conflict.htm
Kooperation mit:
Auswärtiges Amt, Berlin, Berghof Forschungszentrum für konstruktive
Konfliktbearbeitung, Berlin, Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bonn, Bundesakademie für Sicherheitspolitik
(BAKS), Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin/Bonn, Institut für
Entwicklung und Frieden (INEF), Duisburg, Institute for African
Alternatives (IfAA), London, Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF),
Bonn, Deutsches Orient Institut, Hamburg, Centrum für angewandte
Politikforschung, München, Commission on Human Security, United
Nations, New York. Weitere: Siehe Projekte.

Projekt:
Human Security, Structural Stability and Good Governance in Times
of State Failure
Kurzbeschreibung:
ZEFa’s research group on “Governance and Conflict” has been dealing
with some of the most fragile crisis regions in the world over the
past decades, in particular with Eastern/Southern Africa as well
as with Central and South Asia. They are displaying a chronic mixture
of war, the breakdown of states, poverty, hunger and human misery.
At the same time, there are also considerable development successes,
e.g. in South Africa. Most of these crisis zones are characterized
by 'regionalized civil wars', that is to say by the reciprocal destabilization
of neighboring countries through the support of rebel groups and
the supply of arms. In addition, lower-intensity types of conflict,
such as cattle rustling, spread beyond national borders. At the
heart of many of the conflicts in the region are 'hard' security
issues like sovereignty and self-determination as well as dissatisfaction
with the current political systems and patterns of governance. Besides
these political issues at stake, there are underlying structural
causes, including militaristic legacies, economic scarcity, power
struggles, and identity fault lines. Furthermore, violent conflict
has a tendency to perpetuate itself through the widespread presence
of small arms and war profiteerism.
The crisis of the state is a crucial cause of war and an obstacle
to development. The state proves, to a certain extent, to be both
strong and weak at the same time and can be pointedly described
in terms of the ‘lame leviathan’ paradox (Gilbert M. Khadiagala).
This means that, on the one hand, it is quite able to keep social
relations under control temporarily and appropriate resources in
selected areas. On the other hand, however, it is ineffective and
distended in the performance of its welfare and security functions
and thus not in a position to implement coherent policy concepts
beyond certain urban core centers or regulate social relations in
a comprehensive manner (Joel S. Migdal). Indispensable public functions,
such as maintaining social peace and the rule of law, providing
infrastructure and services for basic needs, ensuring a minimum
level of management in agricultural and industrial production and
distribution, and establishing access to affordable foodstuffs and
basic goods, are not or only partly fulfilled.
The research project conceptualizes an analytical framework to grasp
the unfavorable conditions for successful political transformation
in crisis zones. It identifies alternative strategies and paths
of development that might strengthen domestic capacities to better
cope with the challenges of state crisis and violent conflict. Furthermore,
the research project evaluates different concepts that have been
developed by Western donors and international agencies as leitmotifs
for crisis prevention and development policy. In particular, the
idea of 'structural stability', that has been formulated by the
Development Assistance Committee of the Organisation for Economic
Co-operation and Development (DAC/OECD) and the European Commission,
is of interest. Furthermore, the project tries to apply the notion
of 'human security', that has been created by the United Nations
Development Programme (UNDP), to different countries and regions.
Such an approach may help to find out whether this popular concept
means – as Roland Paris has recently put it - a real 'paradigm shift'
or only 'hot air'.
A Workshop on “Human Security, Good Governance and Structural Stability
in Times of State Failure” was held in collaboration with DIE and
as part of a series with SWP and DÜI in November 2003 (see below).
A Workshop on "Structures of Violence" was held on 11.06.2003 (see
below).
Ansprechpartner:
Siehe Research Group (oben).
Geplante Vorhaben:
ZEF Discussion Paper on “State Failure and Governance”.
Publikationen:
Debiel, Tobias, 2004: Konfliktbearbeitung in Zeiten des Staatsverfalls:
Erfahrungen und Lehren zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in: Blanke,
U. (Hg.), 2004: Krisen und Konflikte - Von der Prävention zur Friedenskonsolidierung.
Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag.
Debiel, Tobias, 2004: Human Security: More than Just a Good Idea?
Comments on the Need for an Integrated Security Concept. Background
Paper for Discussion Group B. Draft. To be published in a BICC Policy
Brief in Summer/Fall 2004. BICC 10-year Anniversary Conference "Promoting
Security: But How and For Whom", Bonn, 01./02.04.2004.
Lambach, Daniel/Florian Kühn/Ulf Terlinden (Hg.), 2003: Report.
Workshop "Menschliche Sicherheit, Good Governance und strukturelle
Stabilität: Hilflose Konzepte in Zeiten des Staatsverfalls? Eine
Überprüfung anhand von Nepal, Äthiopien, Afghanistan und Nordkorea."
Bonn, 20./21.11.2003. Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität
Bonn.
Terlinden, Ulf/Tobias Debiel, 2003: Trügerische Friedenshoffnungen?
Das Horn von Afrika zwischen Krisendiplomatie und Entwicklungsblockaden,
in: Mehler, Andreas (Hg.), 2003: Afrika Jahrbuch 2002. Opladen/Hamburg:
Leske und Burdrich / Institut für Afrika-Kunde, pp. 57-68.
Krämer, Mario, 2003: Report. Workshop on "Structures of Violence",
Bonn, 11.06.2003. Center for Development Research (ZEF).
Debiel, Tobias, 2002: Global Perspectives on the Horn of Africa:
Tentative Considerations on Geopolitics, Regional Security and Conflict
Transformation, in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Ethiopia Office) (Hg.),
2002:Conflict and Cooperation in the Horn of Africa. Addis Ababa,
Ethiopia, pp. 12-43.
Links:
http://www.zef.de/research_activities/project_debiel.htm
Kooperation mit:
DIE (3.1.4.), IAK (3.1.10.),
DÜI (3.1.6.), SWP (3.1.16.)

Projekt:
Studien- und Beratungsvorhaben: „Staatsversagen in Entwicklungs-
und Transformationsländern: Ansatzpunkte für die Enwicklungszusammenarbeit“
Kurzbeschreibung:
Zahlreiche internationale und nationale wissenschaftliche Einrichtungen
haben sich ebenso wie bi- und multilaterale Geber der Debatte um
die Förderung von Good Governance, mithin also der Reform, Stärkung
und Steigerung der Leistungsfähigkeit staatlicher Strukturen in
Partnerländern, angenommen. Besonderes Augenmerk erhielt in den
vergangenen Jahren der Umgang mit so genannten „schwierigen Partnern“
– Ländern, in denen es angesichts (partiellen) Staatsversagens an
effektiven Governance-Strukturen sowie in der Regel an wichtigen
Voraussetzungen zu deren Unterstützung fehlt. Zugleich ist die Konzeptionalisierung
entwicklungspolitischer Optionen gegenüber diesen „schwierigen Partnerländern"
in besonderem Maße erforderlich, um ein Abgleiten in Richtung Staatszerfall
zu verhindern.
Die Forschungsgruppe berät das BMZ–Referat 211 „Governance, Demokratie,
Frauen- und Menschenrechte“ im Projektzeitraum mit wissenschaftlicher
Expertise zu diesem Themenbereich. Ziel ist es, auf der Grundlage
einer Auswertung der inzwischen umfangreichen nationalen und internationalen
Diskussionsbeiträge sowie bereits vorliegender Erfahrungen (siehe
GTZ-Diskussionspapier unten) Empfehlungen und Optionen für die deutsche
EZ zu erarbeiten. Das vorliegende Mapping ist Teil dieses Projektes.
Ansprechpartner:
Tobias Debiel, Ulf Terlinden, Tim Dertwinkel
Publikationen:
Debiel, Tobias/Ulf Terlinden, 2004: Förderung von Good Governance
in Nachkriegsgesellschaften. Diskussionspapier. Draft, April 2004,
Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit",
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.
Kooperation mit:
BMZ (Finanzierung, 3.4.2.), GTZ (3.4.2.),
DIE (3.1.4.), DÜI (3.1.6.),
SWP (3.1.16.) und LSE (6.1.10.)
Projekt:
Staatsverfall als friedens- und entwicklungspolitische Herausforderung:
Wie können Gewaltstrukturen transformiert und Governance-Ansätze
gestärkt werden? Eine konzeptionelle Untersuchung mit empirisch-analytischer
Anwendung auf Somalia und Afghanistan (INEF-ZEF-Kooperation)
Kurzbeschreibung:
Zeitweise von der Weltöffentlichkeit ignorierte Kriege, die mit
der Erodierung von Staatlichkeit und der Etablierung von Gewaltstrukturen
jenseits staatlicher Kontrolle einhergehen, stehen seit dem 11.
September 2001 wieder hoch auf der politischen Agenda. Nicht nur
in der Friedens- und Sicherheitspolitik, sondern auch in der Entwicklungspolitik
hat vor diesem Hintergrund ein Umdenken stattgefunden: So genannte
„hoffnungslose Fälle“ wie Afghanistan oder Somalia, ehemals kaum
Beachtung erfuhren und aus der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) kategorisch
ausgeschlossen wurden, ziehen nun als „poor performers“ eine besondere
Aufmerksamkeit auf sich. In der anschwellenden Forschung über Staatsverfall
und die Transformation von Gewaltstrukturen grenzen wir uns explizit
von einer ökonomistischen Verengung bei der Untersuchung von Krieg,
Gewaltstrukturen und Staatsverfall ab. Stattdessen nimmt das Forschungsprojekt
die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen von Gewalt- und
Governance-Strukturen in Zeiten des Staatsverfalls in den Blick
und fragt, wie eine Transformation im Rahmen eines umfassenden Prozesses
der Friedenskonsolidierung gelingen kann.
Das Forschungsvorhaben strebt einerseits eine übergreifende Konzeptionalisierung
der Thematik an, bei der über die Sekundäranalyse einschlägiger
(auch grauer) Literatur und Interviews mit Länderexperten und Praktikern
ein breites Länderspektrum einbezogen wird. Zugleich geht es aber
um eine empirische Vertiefung auf der Grundlage qualitativ orientierter
Feldforschung (strukturierte und teilstrukturierte Interviews; evt.
kleine quantitative Surveys). Hierfür haben wir zwei Länder (Somalia,
Afghanistan) identifiziert, in denen ein weitgehender Zerfall von
Staatlichkeit stattgefunden hat und deren gesellschaftliche Strukturen
und historische Erfahrungen aufschlussreiche Vergleiche ermöglichen.
Das Wechselspiel lokaler und nationaler Macht- und Herrschaftsstrukturen
steht im Vordergrund und soll jeweils anhand von jeweils zwei Regionen
in Afghanistan (Kunduz und Herat) und Somalia (Somaliland und Hiran)
analysiert werden.
Das Forschungsprojekt will eine zentrale Forschungslücke füllen:
Der empirisch gesättigte Wissensstand, wie unter Bedingungen verfallender
Staatlichkeit spezifische Ordnungs- und Governance-Funktionen in
rudimentärer Weise erfüllt werden können, ist gering. Die Konzentration
auf den Verfall des Zentralstaates („Nationalstaates“) hat bislang
die vertikale Ebene – sprich das Wechselspiel von lokalen und nationalen
Herrschaftssystemen – vernachlässigt. Ein innovatives Herangehen
an Phänomene des Staatsverfalls sollte daher zwei Fragenkomplexe
in den Mittelpunkt stellen: a) die Analyse von Staatsverfall und
sich etablierenden Gewalt-, Ordnungs- und Governance-Strukturen
im Wechselspiel von lokaler und nationaler Ebene; b) den Beitrag,
den internationale Akteure in einem Mehrebenen-Modell von Governance
leisten können, das bis auf die lokale Ebene hin heruntergebrochen
wird und Antworten auf handlungsorientierte Dilemmata (z.B. Einbeziehung
von Warlords vs. Stärkung friedensorientierter Kräfte) sucht.
Das Promotionsprojekt “Emerging Structures of Governance as a Response
to State Collapse - The Case of Somaliland” ist eng an dieses Vorhaben
angebunden.
Ansprechpartner:
Conrad Schetter, Ulf Terlinden, in Kooperation mit Tobias Debiel,
INEF ()
Publikationen:
Terlinden, Ulf/Tobias Debiel, 2003: Somaliland: Regierungsaufbau
von unten, in: ZEF News, (December 2003 2003) 14, S. 1-2.
Schetter, Conrad, 2003: Afghanistan - Gewaltwirtschaft und "Warlords",
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, (2003) 10,
S. 1233-1236.
Azerbaijani-Moghaddam, Sippi/Conrad Schetter/Susanne Schmeidl, 2002:
The Transition from Relief to Development from a Human Security
Perspective: Afghanistan. Paper submitted to the Commission on Human
Security, United Nations, Kabul, Peshawar, Bonn, Paris.
Noelle-Karimi, Christine/Conrad Schetter/Reinhard Schlagintweit
(Hg.), 2002: Afghanistan - A Country Without a State? Schriftenreihe
der Mediothek für Afghanistan. Frankfurt a.M. / London: IKO - Verlag
für Interkulturelle Kommunikation.
Kooperation mit:
INEF (3.1.13.), Deutsche Stiftung Friedensforschung
(Finanzierung)

Projekt:
From War to Peace in Afghanistan
Kurzbeschreibung:
The academic interest in research on Afghanistan commenced as early
as 1999 with a project on the "Ethnicization of the Afghan Conflict".
Since September 11, ZEF established itself worldwide as one of the
leading centers carrying out research on Afghanistan. ZEF's activities
on Afghanistan are two-fold: On the one hand ZEF is conducting academic
research in the field of violent conflict and state formation, on
the other hand ZEF provides policy-advice. Regarding these activities
ZEF has produced numerous publications on Afghanistan, organised
a range of conferences and workshops and used its expertise in many
ways for policy-advice, e.g. for the Federal Foreign Office of Germany,
the German Ministry for Cooperation and the United Nations. According
to the global significance of the political transformation and the
peace process in Afghanistan ZEF extended its original research
interest to the following themes: 1. Ethnicity and Nationalism in
Afghanistan, 2. State Collapse and Political Reconstruction of Afghanistan,
3. Security and Economy of Violence in Afghanistan, 4. Analysis
of Political Change in Afghanistan, 5. Constitution of Afghanistan.
A Symposium on "State Reconstruction and International Engagement
in Afghanistan" was held at ZEF from 30.05.-01.06.2003.
Ansprechpartner:
Conrad Schetter, Manija Gardizi, Bernd Kuzmits
Publikationen:
Schetter, Conrad, 2004: Kleine Geschichte Afghanistans. München:
Verlag C.H. Beck.
Schetter, Conrad/Almut Wieland-Karimi (Hg.), 1999: Afghanistan in
Geschichte und Gegenwart. Schriftenreihe der Mediothek für Afghanistan.
Nr. 1. Frankfurt a.M.: IKO-Verlag.
Links:
http://www.zef.de/research_activities/project_schetter.htm
Kooperation mit:
BMZ (3.4.2.), Swisspeace/FAST, LSE (6.1.10.),
BICC (3.1.3.)
Projekt:
Local Governance and State-Building in Central Asia
Kurzbeschreibung:
The project will investigate the interdependence, development and
functionality of formal and informal structures on both sides of
the Amu Darya basin in southern Uzbekistan (Termez), southern Tajikistan
(Shartuz) and northern Afghanistan (Kunduz). On the one hand the
research project will analyze the development of informal and formal
structures along the Amu Darya starting from their common affiliation
to the Khanate of Buchara up to their incorporation in today’s states
of Uzbekistan, Tajikistan and Afghanistan. Herewith the research
will focus on elements of reciprocity and dissociation between formal
and informal structures in the process of state-building and of
the functionality of formal and informal structures concerning the
implementation of public policies. Following points of contact between
society/communities and state were identified as subject of the
empirical analysis: organization and efficiency of the implementation
of state regulation (administration and decision-making), the distribution
of and the access to fundamental resources (water and land management)
as well as the organization of the judicature. Quelle: Website (s.u.)
The PhD Project on “Local Governance and State Formation in the
Amu Darya Borderlands (Central Asia)” is closely connected to this
project. See: http://www.zef.de/research_activities/project_kuzmits.htm.
Ansprechpartner:
Conrad Schetter, Bernd Kuzmits
Publikationen:
Schetter, Conrad/Bernd Kuzmits, 2004: Why a Further Afghanistan
Conference. ZEF Policy Brief 1. Bonn: Zentrum für Entwicklungsforschung
(ZEF), Universität Bonn.

Weitere
Projekte mit mittelbarem Bezug zu Staatsversagen:
Innerhalb der Forschungsgruppe: “Collective violence and local
level politics in Southern Africa”, “Civil Conflict Prevention”,
“The Role of Semidemocracies for Nation-Building and Development
in Deeply Divided Societies. Malaysia & South Africa in Comparison”,
“The Politics of Poverty Alleviation in the Context of Political
and Administrative Reforms. The Case Study of Decentralisation in
Malawi”. Außerhalb der Forschungsgruppe: “Decentralization and Poverty”,
“Democracy, Rule of Law & Governance”.
3.2.
Politische Stiftungen
3.2.1.
Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Bonn
Arbeitsbereich 3 des Afrika-Referates: Prävention von Konflikten,
Vertiefung von Demokratie im Sicherheitssektor und Aufbau regionaler
sicherheitspolitischer Strukturen
Kurzbeschreibung:
Jahrzehntelange gewaltsame Auseinandersetzungen in vielen Teilen
Afrikas und chronische Instabilität haben die Entwicklung behindert.
Notwendige Voraussetzung für die Rückkehr Afrikas auf einen nachhaltigen
Entwicklungspfad ist die Verbesserung der Sicherheit der Menschen.
Der Arbeit im Sicherheitssektor (Polizei und Militär) kommt deshalb
besondere Bedeutung zu. Folgende Ziele werden in der Arbeit des
Afrika-Referats verfolgt: 1. Stärkung der Kontrollkapazitäten ziviler
und nichtstaatlicher Einrichtungen, 2. Stärkung des demokratischen
rechtsstaatlichen Denkens in den Sicherheitskräften, 3. Förderung
der kooperativen Beziehungen zwischen zivilen Einrichtungen und
den Sicherheitskräften.
Ergänzend zu der Arbeit im Sicherheitssektor fördert das Afrika-Referat
den Aufbau und die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. In der Arbeit
im Sicherheitssektor geht es vor allem um technische Fragen und
Ausbildungsfragen zur Rolle und Gestaltung des Justiz- und Polizeisektors
in der Gesellschaft. Ergänzt wird die Arbeit durch Maßnahmen zur
Kapazitätserhöhung der fachlichen und organisatorischen Kompetenz
von Menschenrechtsorganisationen und anderen Lobby-Einrichtungen.
Im Arbeitsbereich „Stärkung der Rechtsstaatlichkeit“ geht es um
die Herstellung des staatlichen Gewaltmonopols und die Förderung
der Gewaltenteilung und -kontrolle zwischen Legislative, Exekutive
und Judikative auf der Grundlage einer unabhängigen Justiz. Dazu
gehört auch die Förderung und Unterstützung unabhängiger Medien.
Für unsere Arbeit ist darüber hinaus die Förderung des Staates als
sozialer Staat von besonderer Bedeutung. Auch in diesem Kontext
spielen Recht und Justiz eine wichtige Rolle, z. B. im Arbeitsrecht,
Frauen- und Familienrecht und im Sozialrecht. Quelle: Website (s.u.)
Links:
http://www.fes.de/international/afrika/index.html

Project:
Progressive Responses to 'State Failure'
Kurzbeschreibung:
Das Londoner Büro der Friedrich Ebert Stiftung richtete im Oktober
2003 ein eintägiges Symposium über „Effective States“ in Kooperation
mit dem IPPR aus (weitere Informationen dort: ).
3.2.2.
Heinrich Böll Stiftung (HBS), Berlin
Projektgruppe
State-building und Demokratisierung
Kurzbeschreibung:
Die HBS richtet ab März 2005 eine überregionale Projektgruppe zum
Thema "State-building und Demokratisierung" ein, die von Dr. Antonie
Nord geleitet wird. In dieser Projektgruppe soll zum einen konzeptionell
zu dem Thema gearbeitet werden und zum anderen eine Vernetzung der
Aktivitäten, die die Stiftung vor Ort in Regionen fördert, die von
Staatszerfall betroffen sind, stattfinden (z.B. Somalia, Afghanistan).
Zusätzlich wird die Gruppe eigene Aktivitäten in Form von Workshops
und Konferenzen durchführen. Ein Ziel besteht darin, in die Debatte
um "failing" und "failed" states auch Sichtweisen aus dem globalen
Süden, d.h. von Vertretern aus den betroffenen Regionen, zu integrieren.
Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Dr. Antonie Nord
Links:
http://www.boell.de

3.2.3.
Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Sankt Augustin
Projekt:
Democratic Transition and Consolidation in Africa
Kurzbeschreibung:
Auf der Basis eines einheitlichen Fragenkatalogs analysierte man
sowohl staatliche Strukturen als auch die Probleme der jeweiligen
Transitionsprozesse. Dieser methodologische Ansatz ermöglichte erstmals
einen länderübergreifenden Vergleich. Die Untersuchungsreihe wurde
2002 mit den Länderanalysen zu Simbabwe, Kenia, Nigeria und Burkina
Faso gestartet und 2003 mit den Fallstudien Malawi, Mosambik und
Sambia abgeschlossen. Entscheidend für die Auswahl der Länder wurde
der dysfunktionale Charakter ihrer Demokratisierungsprozesse. In
allen sieben Staaten wurde die Transition nie erfolgreich abgeschlossen.
Teilweise trat nach einem erfolgversprechenden Beginn eine Stagnationsphase
ein oder der Prozess driftete in eine demokratische Rezession ab.
Anliegen der Studienreihe, die in verkürzter und aktualisierter
Version 2004 auch als Sammelband erscheinen wird, ist es, die Unterschiede
und Gemeinsamkeiten in den jeweiligen Demokratisierungsprozessen
herauszuarbeiten und die Ursachen für Blockaden und Probleme zu
identifizieren. Darüber hinaus versucht die qualitative Untersuchungsreihe
eine akademische Basis zu liefern, von der ausgehend politische
Handlungsempfehlungen zur Unterstützung der Demokratisierungsprozesse
in den jeweiligen Ländern ausgesprochen werden können.
Alle Fallstudien wurden von einem Team, zusammengesetzt aus einem
deutschen und einem nationalen Wissenschaftler, ausgearbeitet. Als
qualitative Analysen stützen sich die Studien auf persönliche Beobachtungen,
ca. 200 Interviews und die Auswertung sekundärer Quellen, inklusive
Meinungsumfragen. Auf der Basis des von Robert A Dahl und Larry
Diamond vertretenen Ansatzes konzentrieren sich die Untersuchungen
auf die Bereiche politischer Wettbewerb und Partizipation, zivile
und politische Rechte, politischer und zivilgesellschaftlicher Pluralismus,
Rechtsstaatlichkeit, und den Aspekt der Gewaltenteilung bzw. –verschränkung.
Darüber hinaus analysieren die Autoren das Verhalten politischer
Akteure und den Charakter der jeweiligen politischen Kultur. Zur
Vermeidung einer reinen Status-quo-Analyse, die einer Identifikation
der Ursachen der blockierten Konsolidierungsprozesse nicht gerecht
würde, betonen die Studien den Prozesscharakter der Transition und
berücksichtigen Besonderheiten des Prozesses als auch historische
Erblasten, die den Verlauf beeinflussen könnten. Quelle: Website
(s.u.)
Ansprechpartner:
Andrea E. Ostheimer
Publikationen:
Büttner, Annette, 2004: Wenn Chaos regiert. Staatszerfall in Entwicklungsländern:
Ursachen, Folgen und Regulierungsmöglichkeiten. Arbeitspapier 125,
März 2004. Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung.
Links:
http://www.kas.de/international/entwicklung/subsahara/1667_webseite.html
Weitere relevante Projekte:
Malawi’s process of democratic transition. An analysis of political
developments between 1990 and 2003; Transition in Zambia: The Hybridisation
of the Third Republic; How to remove the stains from Mozambique’s
democratic track record: Challenges for the democratisation process
between 1990 and 2003.

3.3.
Weitere Stiftungen und Vereinigungen
3.3.1.
Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), Bonn
Projekt:
Entwicklung und failing states
Kurzbeschreibung:
Staatsversagen und -zerfall sind schwerwiegende Entwicklungshemmnisse
für Länder und ganze Regionen. Regierungen solcher Staaten sind
oft nicht fähig oder willens, die Interessen ihrer Völker adäquat
zu vertreten und an globalen Politikprozessen sinnvoll mitzuwirken.
Ohne funktionierende staatliche Strukturen gibt es auch und gerade
unter den Bedingungen der Globalisierung keine dauerhafte Sicherheit
und ohne Sicherheit keine Entwicklung. Dass innerstaatlicher Zerfall
darüber hinaus zur Bedrohung regionaler und globaler Sicherheit
werden kann, rückt im Zuge der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus
und privatisierter Gewalt zunehmend in den Blickpunkt.
Welches Modell von Staatlichkeit in einem Land erfolg versprechend
ist und den modernen Anforderungen am besten gerecht werden kann,
ist offen. Nicht nur dieser Umstand stellt externe Akteure vor enorme
Schwierigkeiten im Umgang mit failing states. Ein zentrales Dilemma
ist, dass einerseits zerfallende Staaten nicht sich selbst überlassen
bleiben können, andererseits in Ländern mit labilen Strukturen,
in denen meist ein hoher Grad an Korruption und Klientelismus herrscht,
keine oder kaum legitimierte staatliche Ansprechpartner vorhanden
sind. Dementsprechend lautet die Grundfrage: wie soll und kann Politik
mit den Polen „Entwicklung“ und „failing states“ umgehen?
Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffes failing
states über alle wissenschaftlichen Disziplinen und politischen
Handlungsmodelle hinweg. Staatszerfall oder fragile Staatlichkeit
kann aber als ein Prozess definiert werden, in dem die Institutionen
bestimmter Länder zunehmend unfähig werden, grundlegende staatliche
Funktionen nach innen und außen zu erfüllen. In unterschiedlichem
Maße betrifft dies den Sicherheitsbereich mit dem staatlichen Gewaltmonopol
als Kern, die politische Ordnung inklusive Verwaltung und Rechtssystem,
soziale Basisdienste und ökonomische Rahmenbedingungen. Unter den
Begriff failing states fallen aber auch Staaten, in denen die Staatsbildung
vorzeitig abgebrochen ist und in denen sich daher nie ein wirklicher
Staat etabliert hat („abortive state“). Staatszerfall wird als ein
(nicht unbedingt linearer) Prozess nachlassender Staatlichkeit interpretiert.
Dem entsprechend wird der Begriff failing states verwandt. Nicht
nur gescheiterte Staaten und Länder mit weit fortgeschrittenem Zerfall
werden demnach im Mittelpunkt stehen, sondern ebenso schwache und
„unfertige“ Staaten mit einer erkennbaren Tendenz zum Versagen staatlicher
Ordnung. Zudem wird es immer wieder auch um Länder gehen, deren
Staatlichkeit relativ gefestigt ist oder die eine Phase fragiler
Staatlichkeit weitgehend überwunden haben. Die Suche nach praktikablen
multilateralen Handlungsansätzen für die Stabilisierung und Entwicklung
von failing states sowie für die Prävention von Staatszerfall in
gefährdeten Ländern stehen im Zentrum. Quelle: Zulieferung SEF.
Am 07./08.05.2004 führte die SEF einen Workshop zum Thema „Staaten
zwischen Stabilität und Zerfall. Bestandsaufnahme und Problemanalysen
aus drei Weltregionen“ durch, der vom BMZ finanziell unterstützt
wurde. Ein erster Fachworkshop “Zwischen Stabilisierung, Reform
und (Wieder)aufbau – Handlungsstrategien und –instrumente externer
Akteure auf dem Prüfstand.“ Fand vom 30.09.-02.10.2004 in Berlin
statt. Und Anfang Dezember 2004 richtete die Stiftung ein Symposium
zum Thema: „Grenzüberschreitende Probleme – grenzüberschreitende
Lösungen? Die regionale Dimension von Staatszerfall“ aus.
Ansprechpartner:
Dr. Burkhard Könitzer (Geschäftsführer), Judith Vorrath
Geplante Vorhaben:
SEF-Policy Paper 23: “Welche Strategien für Stabilität und Entwicklung
in failing states?“ (Arbeitstitel) Autoren: Tobias Debiel/Stephan
Klingebiel/Andreas Mehler/Ulrich Schneckener, Ende 2004/Anfang 2005
Zwei weitere Veröffentlichungen (u.a. Sammelband herausgegeben von
Debiel/Putzel/Schneckener) und zwei Veranstaltungen in 2005 geplant.
Publikationen:
Hippler, Jochen, 2003: Nation-Building: Ein Schlüsselkonzept für
friedliche Konfliktbearbeitung? EINE Welt; Bd. 17. Bonn: J.H.W.
Dietz Nachf.
SEF, 2003: Nation-Building im Globalisierungsprozess. Ein Beitrag
zu regionaler Stabilität und globaler Sicherheit? SEF News 16, Februar
2003. Stiftung Entwicklung und Frieden.
Vorrath, Judith, 2004: Staaten zwischen Stabilität und Zerfall.
Bestandsaufnahme und Problemanalysen aus drei Weltregionen. Dokumentation.
Eröffnungsworkshop der SEF-Projektreihe "Entwicklung und failing
states", 7.-8.05.2004. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) /
Bonn International Center for Conversion (BICC).
Links:
http://www.sef-bonn.org/de/diesef/arbeitsschwerpunkte
/bilanz/index.php (Projekt),
http://www.sef-bonn.org/inc/sef.events.inhalt.php?lang=
de&show=67&year=2004&rel=1 (Workshop)
Kooperation mit:
INEF (3.1.13.), BICC (3.1.3.),
BMZ (3.4.2.).

3.3.2.
Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Projekt:
Transformation: Den Wandel gestalten
Kurzbeschreibung:
Die Gestaltung des friedlichen Wandels zu Demokratie und Marktwirtschaft
bleibt auch im Zeitalter der Globalisierung eine der anspruchsvollsten
politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Aussichtsreiche strategische Ansätze zur Gestaltung des Systemwandels
müssen auf der einen Seite präzise auf das jeweils vorhandene Anforderungsprofil
in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zugeschnitten sein. Sie können
auf der anderen Seite von den Erfolgs- und Misserfolgserfahrungen
früherer Entwicklungs- und Transformationsprozesse lernen.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage nach angemessenen Möglichkeiten
der Steuerung und Unterstützung von Entwicklungs- und Transformationsprozessen.
Folgende Kernfragen stehen dabei im Mittelpunkt: 1. Durch welche
strategische Ausrichtung und unter welchen Umständen können Entwicklung
und Transformation erfolgreich gesteuert werden? 2. In welchen Staaten
verlaufen Entwicklung und Transformation mit welchem Erfolg? Welche
Best-Practice-Varianten lassen sich in verschiedenen, miteinander
vergleichbaren Regionen ermitteln? 3. Wie lässt sich die Außenunterstützung
des Systemwandels optimieren?
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Beratungs- und Kompetenzzentrums
für Entwicklung und Transformation. Dieses Zentrum soll in enger
Zusammenarbeit mit einem internationalen Netzwerk von Experten und
Institutionen weltweit Prozesse des Wandels analysieren. Ein Ranking
sämtlicher Entwicklungs- und Transformationsstaaten führt die Ergebnisse
zusammen. Die erhobenen Daten fließen in die Erarbeitung strategischer
Empfehlungen für die Steuerung des Systemwandels ein. Länder- und
regionenspezifische Politikempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
für Akteure und Unterstützungsorganisationen sollen dazu beitragen,
Demokratie und Marktwirtschaft weltweit zu stärken. Zudem sollen
die Themenbereiche Entwicklung und Transformation einer breiteren
Öffentlichkeit in Politik, Wissenschaft und Medien vermittelt werden.
Quelle: Website (s.u.)
Ansprechpartner:
Prof. Werner Weidenfeld, Josef Janning, Hauke Hartmann, Sabine
Donner
Publikationen:
Bertelsmann Stiftung, 2004: Auf dem Weg zur marktwirtschaftlichen
Demokratie. Bertelsmann Transformation Index 2003. Gütersloh: Verlag
Bertelsmann Stiftung.
Bertelsmann Stiftung, 2004: Bertelsmann Transformation Index 2003.
Politische Gestaltung im internationalen Vergleich. Gütersloh.
Brusis, Martin, 2003: Die Entwicklung von Reformkapazität: Einflussfaktoren
und Wirkungslogiken. Strategiepapier für die Sitzung der Expertenkommission,
Gütersloh 09./10.09.2003, Draft 29.08.2003. Gütersloh/München: Bertelsmann
Stiftung/Centrum für angewandte Politikforschung.
Links:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/4321.jsp
Kooperation mit:
Bertelsmann Forschungsgruppe Politik am Centrum für angewandte
Politikforschung (C.A.P.) an der Universität München

3.3.3.
Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)
Arbeitskreis
Systemwechsel
Kurzbeschreibung:
"Without state, no nation-state, no democracy", So lautete 1997
Juan Linz apodiktische These zum Zusammenhang von Staat, Nationenbildung
und Demokratie. Ironischerweise war es damit einer der Nestoren
des Regime-Begriffs in der empirischen Demokratietheorie, der "den"
Staat zu einem der zentralen Begriff der Transformationsforschung
erhob. Voraussetzung für eine "funktionierende" Demokratie, so Linz,
sei ein nach innen wie nach außen souveräner und handlungsfähiger
Staat. Die Bedingung Staatlichkeit (stateness) sei deshalb von grundlegender
Bedeutung, weil Staat die Grundeinheit darstelle, auf die sich die
demokratische Qualität eines Landes beziehe. Demokratie kann deshalb
nur dort errichtet werden, wo ein Staat besteht. Wo die Herrschaftsstruktur
als solche nicht einheitlich und institutionell gesichert ist, kann
Herrschaft nur partiell demokratisiert werden.
Diese Feststellung bildete den Referenzpunkt der Tagung des Arbeitskreises
„Systemwechsel“ im Juli 2001. Unter dem Titel „Staat und Staatlichkeit
in Systemwechseln“ beschäftigte sich die Tagung mit Fragen der Staats-
und Nationenbildung im Kontext politischer Transformationsprozesse
zur Demokratie. Einige in diesem Zusammenhang entstandene Papiere
sind im unten angegebenen Sammelband veröffentlicht worden. Quelle:
Website (s.u.).
Ansprechpartner:
Aurel Croissant (Sprecher, Universität Heidelberg), Dr. Gero Erdmann
(IAK), Dr. Friedbert W. Rüb (Universität Hamburg)
Publikationen:
Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert W. Rüb (Hg.), 2002: Zwischen
Diktatur und Demokratie. Zur Konzeption und Empirie demokratischer
Grauzonen. Opladen: Leske + Budrich.
Bendel, Petra/Aurel Croissant/Friedbert W. Rüb (Hg.), 2003: Demokratie
und Staatlichkeit. Systemwechsel zwischen Staatsreform und Staatskollaps.
Opladen: Leske + Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter
Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band I: Theorien und Konzepte.
Opladen: Leske+Budrich.
Croissant, Aurel/Wolfgang Merkel/Hans-Jürgen Puhle/Claudia Eicher/Peter
Thiery, 2003: Defekte Demokratien Band II: Regionale Perspektiven.
Opladen: Leske + Budrich.
Croissant, Aurel, 2002: Von der Transition zur defekten Demokratie.
Demokratische Entwicklung in den Philippinen, Südkorea und Thailand.
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Links:
http://systemwechsel.uni-hd.de/systemwechsel/start.html,
http://www.dvpw.de/dummy/index.php?id=55

3.4.
Bundesregierung, Durchführungsorganisationen und Kooperation Staat-Zivilgesellschaft
3.4.1.
Bundesregierung (übergreifend)
Projekt:
Aktionsplan „Zivile Konfliktprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“
der Bundesregierung
Kurzbeschreibung:
Der Aktionsplan vom Mai 2004 schließt sich der Feststellung der
neuen Europäischen Sicherheitsstrategie an, dass Staatszerfall zu
den sicherheitspolitischen „Hauptbedrohungen“ zählt. Quelle: Website
(s.u.)
Links:
http://www.diplo.de/www/de/aussenpolitik/friedenspolitik/ziv_km/
aktionsplan.pdf
3.4.2.
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ), Bonn und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ),
Eschborn
Die relevanten Tätigkeiten, insbesondere die Projektförderung beider
Einrichtungen im Bereich Governance, kann und soll hier nicht in
ihrer gesamten Breite erfasst werden. Wir beschränken uns daher
auf relevante Untersuchungen, Aktivitäten der jüngsten Zeit sowie
zentrale Grundlagenpapiere.
Evaluationen
BMZ und GTZ haben seit 2003 eine Reihe von Evaluationen und Diskussionspapieren
im Themenbereich des Projektes erstellen lassen. Dazu zählten: Lüders,
Michael/Armin K. Nolting, 2003: Förderung von Good Governance in
arabisch-islamischen Gesellschaften. Diskussionspapier. Draft, 10.12.2003,
Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit",
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.
Debiel, Tobias/Ulf Terlinden, 2004: Förderung von Good Governance
in Nachkriegsgesellschaften. Diskussionspapier. Draft, April 2004,
Sektorvorhaben "Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit",
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn.
Kooperation mit:
ZEF (3.1.18.)
Demokratie und Good Governance in jungen Demokratien: Diese Studie
verfolgte das Ziel, konzeptionelle Überlegungen zur Entwicklungspolitik
gegenüber jungen, noch nicht konsolidierten Demokratien anzustellen
und Vorstellungen zu konkreten Maßnahmen wie Sequenzierungen, angemessenen
Entrypoints etc. zu benennen.
Kooperation mit:
ABI (3.1.2.)
Links:
http://www.arnold-bergstraesser.de/grundlagenforschung-
projekte.htm#Demokratie
Designstudie, Länderstudien und Querschnittsauswertung zu Demokratie
und Good Governance in Ländern mit schwierigen Rahmenbedingungen
Claus, Burghard/Berthold Kuhn/Sabine Kurtenbach, 2002: Möglichkeiten
und Grenzen der Förderung von Demokratie und Good Governance in
Ländern mit „schwierigen“ Rahmenbedingungen. Designstudie im Auftrag
des BMZ. Unveröffentlichte Studie, Dezember 2002, Bonn.
Kurtenbach, Sabine/Heribert Weiland, 2004: Möglichkeiten und Grenzen
der Förderung von Demokratie und Good Governance. Querschnittsauswertung
der Länderstudien aus Äthiopien, Angola, Guatemala und Kambodscha.
Abschlußbericht Januar 2004, ZEP 02/A8. Bonn: Im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung.
Zudem liegen Teilstudien zu den genannten vier Ländern vor.
Politische Grundsätze
Zu den relevanten politische Grundsatzpapieren zählen:
BMZ, 2002: Good Governance in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Ein Positionspapier des BMZ. BMZ Spezial 044, Juni 2002. Bonn.
BMZ, 2002: Indicators and notes for incorporating local political,
economic and social conditions and global structural aspects into
framework planning (Criteria Checklist 2002), Bundesministerium
für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung, Bonn.
BMZ, o. J.: Bestimmungsfaktoren für Art und Umfang der bilateralen
Entwicklungszusammenarbeit. Bonn: Bundesministerium für Wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Enwicklung.
Eschborner Fachtage
Die GTZ richtete die ihre Jahresveranstaltung 2004 zum Thema „Good
Governance – Staat und Gesellschaft gestalten Entwicklung“ aus,
welches auch das GTZ-Schwerpunktthema 2004 bildet.
Für den Bereich Afrika wurde zudem ein Diskussionspapier in Auftrag
gegeben:
Mehler, Andreas, 2004: Diskussionspapier Governance Afrika für die
GTZ. Entwurf, 05.01.2003, Institut für Afrikakunde, Hamburg.

3.4.3.
Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt)
Kurzbeschreibung:
Das Thema Staatszerfall ist bislang kein Schwerpunktthema der Gruppe
Friedensentwicklung. Es spielt jedoch eine Rolle bei der Suche nach
Handlungsansätzen zur Einhegung von Gewaltökonomien, mit der sich
FriEnt befasst, sowie dem Thema der Gewaltprävention, was ebenfalls
ein Schwerpunkthema für FriEnt ist. Grundsätzlich stellt FriEnt
die Unterscheidung von Handlungsansätzen auf lokaler, nationaler
und internationaler Ebene in den Mittelpunkt seiner Arbeit, um darauf
aufbauend Möglichkeiten und Grenzen einer stärkeren Kooperation
der FriEnt-Organisationen zu formulieren. Die Arbeitsplanung für
die nächste FriEnt-Phase steht zur Zeit an. Inwiefern "Staatszerfall"
dabei eine Rolle spielt, wird vermutlich ab Herbst 2004 der FriEnt-Homepage
zu entnehmen sein. Quelle: Zulieferung FriEnt.
Links:
http://www.frient.de/

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